Vermarktung neuer Gewerbegebiete am Forschungsflughafen beginnt
Baubeginn ab April für zehn neue Institute Braunschweig-Zukunft verhandelt über erste Firmenansiedlungen
Luftfahrtnahe Unternehmen und Firmen aus dem Bereich der Verkehrstechnik interessieren sich immer stärker für mögliche Standorte am Forschungsflughafen.
"Das ist kein zeitlicher Zufall, sondern hängt mit dem Beginn der Arbeiten für die Verlängerung der Start- und Landebahn zusammen", meint Boris Gelfert, Geschäftsführer der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH.
Joachim Roth, Wirtschaftsdezernent der Stadt, ist sich sicher: "Wenn die ersten Baukräne für die neuen Institute von Anfang April an stehen, wird die Nachfrage von ansiedlungswilligen Firmen weiter steigen." Er hält den Forschungsflughafen als Motor für die Wirtschaft der Region für unerlässlich.
Roth berichtet von aktuell drei Interessenten, die ebenfalls schon in diesem Jahr mit dem Bau beginnen wollen. Der Flächenbedarf für die drei Unternehmen beträgt 20 000 Quadratmeter.
Für den Neubau des Niedersächsischen Forschungszentrums für Fahrzeugtechnik investieren Land, Technische Universität und Volkswagen 50 Millionen Euro. Für den ebenfalls neu entstehenden Campus Forschungsflughafen wollen Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Bund, Land und TU 37 Millionen Euro ausgeben.
Um diese beiden neuen Leuchttürme, die 2013 fertig sein werden, sollen sich junge Firmen ansiedeln. "Nicht umsonst spricht das Land beim Forschungsflughafen vom wichtigsten Projekt des Landes neben dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven", sagt Ingo Loof, Geschäftsführer der städtischen Braunschweig-Zukunft.
Die innovative Mobilitätswirtschaft versammele sich am Forschungsflughafen. Bereits jetzt seien international führende Unternehmen in den Bereichen Leichtbau, neue Werkstoffe, Simulation oder Aerodynamik tätig.
Die Braunschweig-Zukunft hat mit der Forschungsflughafen Braunschweig GmbH eine feste Serviceplattform am Lilienthalplatz installiert. Carola Meyer ist Geschäftsführerin der Dachmarke Forschungsflughafen. Sie soll sich vor Ort um die Vermarktung von Gewerbeflächen kümmern.
Aktuell gibt es zwei Gewerbegebiete, die die Stadt entweder bereits vermarktet oder in Kürze vermarkten kann. Kralenriede Ost und Forschungsflughafen West bieten zusammen 138000 Quadratmeter. Flächen in Privatbesitz und mögliche Erweiterungsflächen gibt es in etwa gleicher Größe noch einmal.
Es sollen forschungsintensive Unternehmen, aber keine Produktion angesiedelt werden. "Es geht um kleinere und mittlere Einheiten mit Laboren und Versuchshallen. Hochwertige Arbeitsplätze werden geschaffen", hofft Wirtschaftsdezernent Roth.
Die Wirtschaftsförderer gehen davon aus, dass sich die sieben neuen Institute des Forschungszentrums für Fahrzeugtechnik, die drei zusätzlichen Institute für den Campus Forschungsflughafen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die High-Tech-Unternehmen gegenseitig befruchten werden. Kooperationen und Aufträge sollen sich entwickeln.
Mit den Forschungen und Entwicklungen in Sachen Mobilität am Flughafen würde sich Braunschweig als ein international führendes Verkehrsforschungszentrum etablieren.
Das vor Jahren einmal kurz als denkbare Gewerbefläche in Rede stehende Gebiet des Querumer Forstes südlich der Autobahn 2 ist längst zu den Akten gelegt worden, weil es nach Aussagen der Stadt nicht förderfähig ist. Auch für die theoretische DLR-Erweiterungsfläche gäbe es keinerlei Überlegungen, versichert Marc Schmidt (DLR).













