Startbahn soll kürzer ausgebaut werden
Webers Vorstoß stößt auf Unverständnis – DLR: 2300 Meter sind für die Forschung Minimalanforderung
Landesbischof Friedrich Weber setzt sich für den vorläufigen Stopp der Verlängerung der Startbahn des Forschungsflughafens ein. Er protegiert einen Kompromissvorschlag aus dem Kreis der Ausbaugegner, nicht auf 2300 Meter, sondern nur auf 2100 Meter auszubauen, um Wald zu erhalten.
Der Zeitpunkt des Vorstoßes, nach der rechtsstaatlich einwandfreien Entscheidung und bereits beendeter Fällarbeiten im Querumer Forsts, überrascht viele.
"Verlängerung wird ohne Zögern umgesetzt"
Etwa Oberbürgermeister Gert Hoffmann. Er sagt: "Demokratie lebt von streitigen Debatten, aber braucht auch den Respekt für von gewählten Mehrheiten getroffene Entscheidungen." Die Verlängerung der Startbahn werde ohne Zögern und ohne Abstriche umgesetzt. Sie sichere die Zukunftsfähigkeit des Forschungsplatzes Braunschweig.
Weber dagegen schrieb der Flughafen GmbH und der Volkswagen AG. Im Brief an den VW-Vorstand, fragt er etwa, ob es stimme, dass der Ausbau auf 2300 Meter von VW nicht mehr erforderlich sei. Als Ziel nennt Weber ein eventuelles Moratorium. VW wollte keine Stellungnahme abgeben.
Der Flughafen GmbH will Weber einen Kompromissvorschlag schmackhaft machen, der sich, so wörtlich, "auf einer der Ihnen sicher bekannten Internetseiten findet". Weber verweist darauf, dass ein Professor Gert Bikker davon ausgeht, das VW und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt bei 97 Prozent Abfluggewicht auch mit 200 Meter weniger Startbahn auskämen.
Boris Gelfert, Geschäftsführer der Flughafen GmbH, sagt zu dem von Weber transportierten Vorschlag: "Eine weitere Verkürzung würde dem Anforderungsprofil an den Forschungsflughafen nicht mehr entsprechen. Auch aus Sicherheitsgründen wäre das unverantwortlich."
Nötig wäre für die Umsetzung des neuen Kompromissvorschlags ein neues Planfeststellungsverfahren. Das würde den Ausbau wahrscheinlich um Jahre verzögern. Ausbaugegner hatten den Stopp immer wieder gefordert. Die evangelische Landeskirche selbst war phasenweise Zielscheibe der Kritik.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erklärt auf Anfrage erneut, die volle Landebahn zu benötigen. DLR-Sprecher Andreas Schütz sagt: "Wie das DLR bereits vor Gericht ausführlich dargelegt hat, ist eine Landebahnlänge von 2300 Metern erforderlich, um den Airbus 320 Atra des DLR sinnvoll und langfristig betreiben zu können."
800 Stellungnahmen und Einwendungen einbezogen
Ohne den Atra könnten, so Schütz, zukünftige Luftfahrttechnologien, an denen die Braunschweiger DLR-Institute forschen, nicht erprobt werden. Die 2300 Meter lange Landebahn sei bereits ein Kompromiss gegenüber der zuvor geforderten Landebahnlänge von 2600 Metern. Bereits bei 2300 Metern könne das maximale Abfluggewicht schon nicht mehr geflogen werden.
Bei der Abwägung der Interessen habe die zuständige Landesbehörde rund 800 Stellungnahmen und Einwendungen einbezogen, verdeutlicht DLR-Sprecher Andreas Schütz den im Vorfeld detaillierten Abwägungsprozess.













