Wegen geplanter Ostumfahrung des Flughafens droht langer Rechtsstreit
Stadt will ihre Planung durchziehen Naturschützer melden rechtliche Bedenken an
Die Stadt will die Ostumfahrung des erweiterten Forschungsflughafens mit Macht durchsetzen. Naturschützer wollen das mit guten Gründen verhindern. So ist die Lage. Es droht ein langer Rechtsstreit um die verkehrliche Lösung im Nordosten der Stadt.
"Aus Naturschutz-Sicht ist die Ostumfahrung die schlechteste Lösung", kritisieren Gerd Hoppe und Günter Frank vom Förderkreis Umwelt- und Naturschutz in Hondelage.
Es gibt aber verträgliche Lösungen für die Natur, meinen sie und wollen nicht hinnehmen, dass weitere 5,5 Hektar Wald im Querumer Forst gerodet werden sollen. Aus ihrer Sicht ist das ein vermeidbarer Schaden, der der Natur zugefügt werden soll und deswegen ist die derzeit favorisierte Verkehrslösung für sie nicht naturschutz- und rechtskonform.
Hoppe und Frank ist natürlich bewusst, dass sie mit ihrer Position die Menschen in Waggum und Bevenrode in einen heftigen Interessenkonflikt bringen. Viele Menschen in den nord-östlichen Stadtteilen wollen einerseits ihre gewohnten Verkehrswege behalten, auch wenn sie durch die Umfahrung rund zwei Kilometer länger würden. Andererseits wollen sie aber auch keinen weiteren Waldverlust mehr hinnehmen.
Die Politik in Braunschweig hat sich mit breiter Mehrheit (CDU, SPD, FDP) gegenüber der Planfeststellungsbehörde, der niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel, für die Ostumfahrung stark gemacht. Auch die Flughafen GmbH hat sich mittlerweile öffentlich festgelegt und bevorzugt diese weiteren Wald raubende Verkehrslösung.
Der Förderverein für Umwelt- und Naturschutz Hondelage saugt für seine ablehnende Position aber fruchtbaren Nektar aus dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg. Es müssten alle Alternativen gegenüber der Ostumfahrung gewählt werden, die zu einer wenn auch nur geringfügigen geringeren Beeinträchtigung der Natur führen, solange sie zumutbar sind, heißt es.
Und weiter meinen die Richter: Nach derzeitigem Stand nicht eindeutig unzumutbar ist ein vollständiger Verzicht auf eine Umfahrung und die damit verbundene ersatzlose Sperrung der Grasseler Straße. Nicht genügend untersucht seien darüberhinaus Varianten für eine Verbindungsstraße als Westumfahrung, so das Gericht.
Allen Ansprüchen gerecht würde, da sind sich Gerd Hoppe und Günter Frank einig, allein die Tunnellösung. Aus Kostengründen scheidet die aber aus. Das war kürzlich auch das Ergebnis einer erneuten Initiative von Architekt Hans-Joachim Pysall.
Die Flughafen GmbH lässt gegenwärtig mehrere Varianten prüfen. Eine ist die Westumfahrung, die südlich an Waggum vorbei und vor Bienrode abknicken würde. Beide Orte wären so im Kern vor zusätzlichem Verkehr bewahrt.
Diese Version war ganz am Anfang der Planungen bereits vorgesehen, wurde aber wegen der Einwände von Segelfliegern, die damit ihren aktuellen Standort am Flughafen verlieren würden, verworfen.
Der Förderverein für Umwelt- und Naturschutz Hondelage signalisiert gegenüber der Flughafen GmbH ausdrücklich seine Bereitschaft zur Mitarbeit bei der Bewältigung der anstehenden Naturschutz-Aufgaben bei der Verkehrslösung und der Kompensation für den gefällten Wald.
Eine Kernforderung der Hondelager Naturschützer ist: Lasst den noch bestehenden Wald des Querumer Forstes sich in den nächsten Jahrzehnten als Naturwald entwickeln. Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz möge darauf verzichten, den Wald weiter forstwirtschaftlich zu nutzen.
Hoppe und Frank meinen: "Eine Großstadt wie Braunschweig braucht Erholungswald für die Menschen. Ein zusätzlicher Kahlschlag wie gegenwärtig am Peterskamp sei in unmittelbarer Folge zur Abholzung für den Flughafen das falsche Signal zur falschen Zeit."













