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13. Februar 2012
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"Es wird auch den 200. Protesttag geben"

100. Protesttag der Bürgerinitiative Waggum gegen den Flughafenausbau

Von Marc Rotermund

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Zum 100. Mal hat die Bürgerinitiative Waggum gestern gegen den Ausbau des Flughafens protestiert. Die Mitglieder kündigten an, dass sie weiter jeden Tag durch den Wald gehen und es "garantiert" den 200. Protesttag geben wird.

Tausende Bäume sind bereits gefällt worden, die Gerichtsurteile zur Verlängerung der Start- und Landebahn um 600 auf 2300 Meter waren eindeutig. Doch die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) geben nicht auf im Kampf gegen den Flughafenausbau und für bessere Lebensbedingungen in ihrem Ort – "auch wenn das nicht jedem passt", sagt Dieter Behr, ein Mitglied der BI.

Vor allem interessiert viele Waggumer, wie ihr Ort mit dem Rest der Stadt verbunden bleibt. Die Bürgerinitiative etwa fordert unverdrossen einen Tunnel als Verbindung nach Querum, wenn die Grasseler Straße aufgrund der Landebahnverlängerung gekappt wird. Behr: "Wir haben weiter große Hoffnung, dass die Straße untertunnelt wird."

Karl-Heinz Zöllkau, einer seiner Mitstreiter, betont: "Dies würde unseren Schmerz über den Flughafenausbau zumindest ein wenig lindern." Hauptsächlich aufgrund der prognostizierten Kosten von etwa 16 Millionen Euro hat die Flughafen-Gesellschaft der Tunnel-Lösung aber längst eine Absage erteilt.

Sind alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, um noch einen Baustopp zu erwirken? BI-Mitglied Gerd Reinhardt meint, dies sei nicht der Fall. "Aber wir können nicht das Geld aufbringen, um vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen." Das würde etwa 100 000 Euro kosten, mutmaßt Reinhardt.

Was die Bürger besonders stört: "Man spricht nicht mit uns. Wir sind nie aufgeklärt worden, warum und für wen der Flughafen ausgebaut wird, wer dort Arbeitsplätze schafft, warum es Nachtflüge geben soll und vor allem, wie es mit Waggum weitergeht." Das sagt Tatjana Jenzen, ein anderes BI-Mitglied.

Sie verlangt Klarheit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Dass dies bislang nicht der Fall gewesen ist, sei für sie das Schlimmste, sagt die Waggumerin: "Wir wissen zum Beispiel immer noch nicht, wann die Grasseler Straße gekappt wird." Brigitta Zöllkau ergänzt: "Wir müssen leider immer erst bohren, bevor wir etwas erfahren." Auch sie wird weiter dabei sein, wenn sich die BI-Mitglieder treffen, jeden Tag vor dem Sportgelände, bei Wind und Wetter. Die meisten tragen gelbe Westen mit der Aufschrift "Stop – Baumfäller – Klimakiller." 350 dieser Westen hat die BI eigenen Angaben zufolge ausgegeben. "Solange die Grasseler Straße offen ist, werden wir weiter protestieren", kündigt Gabriele Behr an, ein weiteres BI-Mitglied. Ihr Mann Dieter ist der Überzeugung: "Nur so kann man seinen Protest ausdrücken und die Leute sensibilisieren."

Samstag, 17.04.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12083067/menuid/2048
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