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13. Februar 2012
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Land bessert beim Naturschutz nach

Niedersachsen muss 252 Gebiete nach Brüssel nachmelden – Sander: "Entwicklung nicht behindern"

Von Michael Ahlers

HANNOVER. Schlammpeitzger und Große Moosjungfer, Fledermaus und Froschkraut: Mit dem Nachmelden von 252 Schutzgebieten will Niedersachsen seine Naturschutz-Hausaufgaben gegenüber der EU-Kommission erfüllen.

"Mehr ist aus unserer Sicht nicht notwendig", meinte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP).

Flora-Fauna-Habitat (FFH) heißt die Richtlinie, mit dem Brüssel die europäischen Länder seit langem an die Kandare nimmt – selten zu deren Freude. Weil Niedersachsen mit zunächst 172 Gebieten, inklusive Wattenmeer mehr als 10 Prozent der Landesfläche, zu wenig FFH-Flächen zum Schutz seltener Pflanzen und Tieren auswies, packt Sander landesweit noch einmal 252 meist kleine FFH-Gebiete drauf – vom Kammmolch-Biotop Plockhorst in Peine über die Riddagshäuser Teiche in Braunschweig bis zum Großen Moor in Gifhorn.

Zwei Drittel der jetzt nachgereichten Gebiete sind laut Umweltministerium bereits unter Schutz gestellt, etwa als Naturschutzgebiet. Das restliche Drittel müsste spätestens 7 Jahre nach Anerkennung durch die EU ebenfalls ausgewiesen werden.

"Es kann nicht sein, dass die wirtschaftliche Entwicklung behindert wird", meinte Sander zu den Folgen des FFH-Siegels. So seien beispielsweise geplante Autobahn-Bauten nicht gefährdet. Mit den jetzt vorgeschlagenen Gebieten, nun 11,7 Prozent der Landesfläche, soll es genug sein.

Niedersachsen wehrte zudem einen Großteil von Vorschlägen ab, die drei Wissenschaftler als Berater der EU-Kommission gemacht hatten. So sollten zum Beispiel private Wohnhäuser zum FFH-Gebiet erklärt werden, falls die Teichfledermaus dort heimisch ist. Auch Gifhorns Tankumsee, boomendes Freizeitgebiet, stand wegen der dortigen Armleuchteralgen auf der langen Liste der Expertenvorschläge. Eine Chance hatten derartige Vorschläge allerdings nicht.

Sander betonte auch, dass Niedersachsen mit dem Nachmelden im mit der EU vereinbarten Zeitplan sei. Dagegen malte der Naturschutzbund (Nabu) noch am Montag Strafzahlungen Niedersachsens von "750 000 Euro täglich" an die Wand, falls die Nachmeldung nicht umgesetzt werde.

"Bis zu 792 000 Euro täglich und rückwirkend" hatte die SPD-Fraktion Ende 2003 ausgerechnet, weil der FDP-Minister "Rechtsbruch" provoziere. Aufgrund von Nachverhandlungen bleibe aber Zeit bis Januar 2005, betonte Sander.

Dass FFH-Status und EU-Fördergelder Hand in Hand gehen können, hoben sowohl Sander als auch Nabu hervor. Niedersachsen solle "stolz sein auf sein Naturerbe", forderte der Nabu, und Chancen für naturnahen Tourismus und Landwirtschaft nutzen.

 In Braunschweig findet eine Regionalkonferenz zur Vorstellung der Pläne am Donnerstag, 25. März, um 13 Uhr im Landesmuseum statt.

Mittwoch, 17.03.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/2604590/menuid/2044

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