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12. Februar 2012
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Auch Züge müssen sich verstehen

DLR-Institut als Kompetenzzentrum für den europäischen Eisenbahn- und Autoverkehr der Zukunft

Von Harald Duin

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Wir sind beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gewohnt, den Blick nach oben zu richten. Aber seit 2001 ist das DLR, das seine Zentrale in Köln hat, auch Kompetenzzentrum für Schienen- und Autoverkehr. Am DLR-Standort Braunschweig wurde das Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung gegründet.

Prof. Dr. Karsten Lemmer, Leiter des Instituts: "Uns interessiert insbesondere: Wie muss ein technisches System aussehen, dass ein Mensch damit umgehen kann."

An der Schnittstelle Mensch/Technik ist noch so mancher Aspekt zu optimieren. Beispiel: Fernverkehr auf der Schiene. Jedes Land hat sein eigenes Zugbeeinflussungssystem – ein latenter Unsicherheitsfaktor beim grenzüberschreitenden Verkehr. Dieser Verkehr wird zunehmen und muss zunehmen, um den Verkehr auf der Straße zu entlasten. Eine effiziente Leit- und Sicherungstechnik trägt dazu bei, dass die Bahn diesen Wettbewerb bestehen kann. Anders gesagt: In Zukunft wird der deutsche ICE mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug "Thalys" besser kommunizieren müssen, um Unfälle zu vermeiden. Das Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung profitiert dabei wesentlich von den Kenntnissen der DLR-Kollegen bei den Pilotenassistenzsystemen.

Grundsätzlich widmet sich das Institut zwei Verkehrsträgern: der Straße und der Schiene, dem entsprechend gliedert es sich in die Bereiche "Automotive" und Bahnsysteme. Was die Bahn angeht, fällt dem Braunschweiger DLR-Institut eine maßgebliche Rolle zu bei der Entwicklung des einheitlichen europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS (European Train Control System). Die Braunschweiger Ingenieure, Informatiker und Psychologen um Prof. Lemmer verfügen über das europaweit modernste Simulationslabor, um Lösungsansätze zu erarbeiten. Ziel ist – siehe oben – eine Harmonisierung der betrieblichen Regeln und der Sicherheitstechnik für Europa.

Dabei ist im Eisenbahnbetrieb ein maximaler Automatisierungsgrad nicht gleichbedeutend mit der höchsten Effizienz. Das Braunschweiger Institut untersucht, inwieweit Assistenzsysteme dem Triebwagenführer und Fahrdienstleiter helfen, Fehler zu vermeiden. Das Institut ist im Übrigen seit einigen Tagen das zweite zertifizierte Eisenbahn-Prüflabor in Europa. Das heißt: Das Braunschweiger Institut bewertet die Konformität und Gebrauchstauglichkeit von Vorschriften und Regeln im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr und führt Prüfungen für Teilsysteme durch.

Das alles ist natürlich gut für Braunschweig. Zur Kompetenz dieser Stadt bei diesem Thema tragen natürlich auch Institute der Technischen Universität bei. Das dortige Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik behandelt ähnliche Fragestellungen und kooperiert intensiv mit den Kolleginnen und Kollegen vom DLR-Institut.

Beim Besuch unserer Zeitung bei Prof. Lemmer wurde uns unter anderem das eisenbahntechnische Labor "RailSiTe" vorgeführt ("Rail Simulation und Testing"). Dieses Labor bildet die komplette Kette vom Stellwerksbediener über Strecke und Zugdynamik bis hin zum Triebfahrzeugführer ab. Ergänzt wird das Labor unter anderem durch eine 2-D-Visualisierung, die die Sicht des Fahrers einnimmt – Zeugnisse der Kunst, die Wirklichkeit zu simulieren.

Dienstag, 05.10.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3315627/menuid/2048
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