"Nicht nur ein Problem des Nordens"
Aktionstag gegen die Startbahnverlängerung Origami-Bäumchen symbolisieren den gefährdeten Wald
Kleine Bäume, große Wirkung: Tausende Origami-Bäumchen aus zartgrünem Papier zogen am Samstag beim Aktionstag gegen die Startbahnverlängerung am Flughafen Braunschweig die Blicke vieler Interessenten an.
"Sollen 60 000 Bäume fallen? Lasst uns den Wald!" Unter diesem Motto beteiligte sich der Waldkindergarten der Kindergruppe Till Eulenspiegel am Aktionstag. Am Stand in der Fußgängerzone Sack wurden mehr als 48 000 Bäumchen präsentiert. Eineinhalb Monate hatten viele Freiwillige aus Gruppen des Dachverbands der Elterninitiativen sie aus grünen Zetteln gefaltet und auf Tafeln geklebt. Hunderte kamen am Samstag hinzu. Das Ziel: 60 000. "So viele Bäume müssten im Querumer Forst für die Startbahnverlängerung gefällt werden", erklärt Christiane Herrmann. Ihr Kollege Markus Sankewitz demonstrierte auf einem Stadtplan, dass die Fläche der der Kerncity entspricht: "Auch das wollen wir heute transparent machen."
Nach dem Waldfest "Im Wald ist Leben" im August 2004 war der von elf Startbahngegner-Initiativen organisierte Aktionstag "Ausbau der Forschung: ja Startbahnverlängerung: nein" die zweite Großveranstaltung. "Unser heutiges Ziel in der City lautet: Dieses Thema geht euch alle an. Alle Bürger müssen dafür zahlen. Die Startbahnverlängerung ist nicht nur ein Problem des Nordens der Stadt", berichtet Uta Ernst von der Bürgerinitiative Hondelage-Dibbesdorf.
Die Resonanz bewertet sie als sehr gut. "Viele Passanten fragen nach, vor allem nach neuen Arbeitsplätzen." Die wird es nach Meinung der Ausbaugegner nicht geben. Denn die Firmen, die sich bislang am Flughafen angesiedelt hätten, hätten den Entschluss unabhängig von der vorhandenen Startbahnlänge gefasst. Und eine Firma, die nach Angaben der Stadt nur nach der Verlängerung gekommen wäre, habe sich inzwischen in Gifhorn niedergelassen. "Dort gibt es weder eine Lande- noch eine Autobahn", so Uta Ernst.
An insgesamt sieben in der Fußgängerzone verteilten Ständen wurde reichlich informiert und diskutiert. Wer wollte, konnte seine Unterschrift gegen die Startbahnverlängerung in eine der Listen eintragen. Andere nahmen sich zunächst einen Flyer mit zehn Gründen gegen die Verlängerung mit.
Eindrucksvoll symbolisierten die Bürgerinitiativen Kralenriede und Waggum die Problematik: Sie zeigten das Modell eines Düsenflugzeugs mit Kreissägen an den Tragflächen im Landeanflug auf Braunschweig. Nicht minder eindrucksvoll: Die Scheibe eines mehr als 200 Jahre alten Baumes mit Erläuterungen, welche geschichtlichen Großereignisse sich in diesem Zeitraum ereigneten. "Auch die Bäume im Querumer Forst, die gefällt werden müssten, sind so alt", hieß es.













