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12. Februar 2012
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Mini-Flieger in Ecuador erfolgreich getestet

Carolo P 330 fliegt 7000 Meter hoch und liefert Digitalbilder zur Beobachtung und Kontrolle aktiver Vulkane und ihrer Lavaströme

Von Bettina Habermann

Der 5897 Meter hohe Cotopaxi ist der weltweit höchste aktive Vulkan. Nur 55 Kilometer von Eucuadors Hauptstadt Quito entfernt, stellt er eine Gefahr für mehr als 2 Millionen Menschen dar. Für die Überwachung des Vulkans könnte schon bald eine Braunschweiger Technologie zum Einsatz kommen – das Miniflugzeug Carolo P 330.

Carolo P 330 mit einer Spannweite von 3,30 Metern wurde im Rahmen einer Studienarbeit von Rolf Nöllenburg am Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der TU entwickelt. Ausgestattet mit einem 85 Gramm schweren Autopilot (inklusive Satellitennavigator, Beschleunigungsmesser, Kreisel und Bordrechner) sowie einer Digitalkamera und Batterien mit einem Gewicht von 1,1 Kilogramm kann das von einem Elektromotor angetriebene, insgesamt 5 Kilo schwere Miniflugzeug eine Höhe von 7000 Metern erreichen. Bei Testflügen am Cotopaxi und dem ebenfalls aktiven Vulkan El Reventador gelangen Bilder zum Beispiel von frischen Lavaströmen.

Prof. Dr.-Ing. Peter Vörsmann, Leiter des Instituts für Luft- und Raumfahrtsysteme, wertet die Südamerika-Reise seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter Marco Buschmann und Lars Krüger sowie Rolf Nöllenburg als ganz großen Erfolg. "Die Ergebnisse eröffnen Geophysikern und Vulkanologen völlig neue Perspektiven", betont er. Carolo P 330 biete die Möglichkeit, mit sehr wenig Infrastruktur Vulkane zu beobachten und im Fall eines Ausbruchs Notfallmanagement zu betreiben.

Der Mini-Flieger benötigt keinen speziellen Startplatz, sondern kann trotz seiner Spannweite aus der Hand gestartet werden. "Zur Landung sind lediglich etwa 20 Meter Wiese notwendig", erklärt Rolf Nöllenburg. Eine Bodenstation (Laptop) mit digitaler Landkarte liefert Informationen über Standort und Höhe des Flugzeugs. "Über Funk ist es zum Beispiel bei plötzlichen Wetterumschwüngen möglich, die zuvor definierte Flugbahn zu ändern", erläutert Lars Krüger.

Die Wissenschaftler am Institut für Geophysik in Quito würden am liebsten sofort, so Prof. Vörsmann, 10 Carolo P 330 für das vulkanreiche Land haben. Doch um die wissenschaftliche Auswertung der Testflug-Reise sowie die Vermarktung des Miniflugzeugs voranzutreiben, müssten jetzt zunächst Anträge an die deutsche Forschungsgemeinschaft gestellt werden. "Sowie die Anträge genehmigt sind, reisen wir wieder nach Ecuador."

Den Kontakt zum Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme hatte Franz Böker von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover geknüpft. Er ist seit Jahren in der Vulkanforschung in Ecuador tätig und wusste von der Entwicklung der Mini-Flieger in Braunschweig. "Mit bemannten Flugzeugen kann man nicht so dicht an Vulkane heranfliegen wie mit Miniflugzeugen und in den Kraterbereich überhaupt nicht", unterstreicht der Institutsleiter. Bei plötzlichen Ausbrüchen würde nämlich Asche die Triebwerke blockieren.

Allerdings war es nach Vörsmanns Worten eine Herausforderung, ein Flugzeug zu bauen, das so hoch in so dünner Luft fliegen kann. "Andere Carolo-Modelle, die zum Beispiel in der Wetterforschung oder als Stau-Melder eingesetzt werden, erreichen nur eine Flughöhe von etwa 4000 Metern." Für die Höhe von 7000 Metern musste außerdem sichergestellt werden, dass der Autopilot auch bei einer Temperatur von minus 20 Grad funktioniert. Gleiches gilt für die Rudergelenke. Nach Kältetests in einer Klimakammer folgten Flugtests im Sperrgebiet von Unterlüß. Danach stand der Reise zum Cotopaxi nichts mehr im Wege.

Donnerstag, 12.05.2005
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/4061459/menuid/2048
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