So läufts oben und unten reibungslos
Delair GmbH entwickelt und vertreibt Software für An- und Abflugplanung künftig mit Deutscher Flugsicherung
BRAUNSCHWEIG. Delair Air Traffic Systems aus Braunschweig und die Deutsche Flugsicherung (DFS) machen bei Vermarktung und Entwicklung von Software zur An- und Abflugplanung auf Flughäfen künftig gemeinsame Sache.
Der Anflugmanager der DFS und die Delair-Software zur Planung von Abflügen gehören seit 2003 zu einem Luftfahrtforschungsprogramm, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.
Delair war 1997 als Ausgründung des DLR gestartet. Der Umsatz soll in den nächsten fünf Jahren von 1,5 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro steigen, sagt Dietmar Dippe voraus. Er ist Geschäftsführer und Gründer der GmbH am Braunschweiger Flughafen. Die Mitarbeiterzahl will er auf 30 verdoppeln.
Weniger Abgase und Lärm
Die DFS GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5370 Mitarbeitern. Sie koordiniert nach eigenen Angaben mehr als 2,7 Millionen Flugbewegungen im Jahr und betreibt in Langen bei Frankfurt eine der größten Kontrollzentralen Europas sowie Radarkontrollzentralen in Berlin, Bremen, Karlsruhe und München. Außerdem hat die Flugsicherung Lotsen und anderes Fachpersonal in der Maastrichter Eurocontrol-Zentrale, an den 17 internationalen Flughäfen Deutschlands und den Regionalflughäfen Niederrhein und Altenburg-Nobitz.
Der wachsende Luftverkehr führt viele Flughäfen an ihre Grenzen. Softwarebasierte Programme helfen Fluglotsen laut Dippe bei der zeitgenauen Verkehrsführung. Durch bessere Planung und dichtere Staffelung würden Pistenkapazitäten besser genutzt. Je nach Flugplänen, Radar- und Wetterdaten werde den Lotsen im Tower die günstigste Reihenfolge bei An- und Abflügen vorgeschlagen.
"So wird ein Verkehrsfluss erreicht, von dem Flughafen, Carrier, Fluggäste und Anwohner profitierten", sagt der Delair-Chef. Mehr Flieger könnten landen und starten, Verspätungen würden verringert. Durch weniger Warteschleifen und kürzere Taxizeiten vor Abflug sänken Kraftstoffverbrauch, Lärm- und Schadstoffemissionen.
Neuer Auftrag aus Frankfurt
"Die Kooperation führt zwei ausgereifte Produkte zusammen," erklärt Dippe. Er ist zuversichtlich, den An- und Abflugmanager bereits in anderthalb Jahren im Einsatz zu erleben. Im März hatte die Braunschweiger Firma von der Fraport AG den Zuschlag für den Einsatz ihres Abflugmanagements bekommen, für das Delair bereits im vergangenen Jahr mit dem Kompetenzpreis der Wolfsburg AG ausgezeichnet worden war.
Seit Juni dieses Jahres hat Delair von den Frankfurtern auch die Zusage für den Einsatz eines Systems zur Standplatz-, Gate- und Check-in-Schalterbelegung. Damit ist der Frankfurter Flughafen laut Dippe das erste deutsche Drehkreuz, das beide Delair-Systeme verzahnt. Am Flughafen Zürich geschieht das bereits seit zwei Jahren. "Dadurch sind hier bis zu zwei zusätzliche Starts und Landungen pro Stunde möglich geworden", sagt der Delair-Chef.













