Rettung von Galileo bringt Jobs in unserer Region
Europas Steuerzahler kostet das Satellitenprojekt mindestens 2,4 Milliarden Euro
BRAUNSCHWEIG. 2011 könnte das Satelliten-Navigationssystem Galileo starten. Das erwartet Günther Kasties, Vorstandsvorsitzender des Braunschweiger Gesamtzentrums für Verkehr.
Gut einen Monat nach den gescheiterten Verhandlungen mit der Industrie gaben die 27 Fachminister gestern in Luxemburg grünes Licht für den Start des riesigen Projekts.
Mit Galileo ist auch die Zukunft der Landesinitiative Gauss am Braunschweiger Forschungsflughafen auf Jahre gesichert. Hier sollen Galileo-Anwendungen nicht nur entwickelt, sondern nach festen Kriterien geprüft und zugelassen werden gültig für ganz Europa.
Anders als das amerikanische GPS-System bietet Galileo die Möglichkeit so genannter sicherheitskritischer Anwendungen. Den Unterschied erläutert Kasties: "GPS besitzt keine integrierte Überwachung, der Anwender weiß also nicht, ob das Signal wirklich exakt ist. Galileo hingegen gewährleistet die Sicherheit des Systems."
Dieser kleine Unterschied hat große Auswirkungen: Mit GPS kann man Autos orten; Galileo hingegen erlaubt es, Flugzeuge zu landen, Fahrzeuge miteinander kommunizieren zu lassen, Autos zueinander auf Abstand zu halten.
Mehrere Milliarden Euro Steuergeld werden für das Projekt fällig werden zunächst mindestens 2,4 Milliarden. Ursprünglicher Starttermin war 2008, bis jetzt ist aber nur ein Satellit im All. Wegen des Streits unter den acht Firmen aus fünf Ländern sowie den Regierungen um den Sitz von Kontrollzentren hatte es sich immer wieder verzögert. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte in Luxemburg: "Wir brauchen die Expertise in dieser Technologie und wir brauchen die Arbeitsplätze, die in der Industrie entstehen können." Befürworter hoffen auf 100 000 Jobs in ganz Europa. In unserer Region könnten in den nächsten fünf Jahren 250 entstehen.













