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09. Februar 2010
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Mehr Menschen am Ringerbrunnen, aber weniger auf dem Damm

In der Innenstadt wurden Passanten gezählt – Kaufleute wollen im November Kundenströme selbst untersuchen

Von Ralph-Herbert Meyer

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Studien über Passantenströme in der Innenstadt lassen darauf schließen, dass sich die Kunden nach Eröffnung der Schloss-Arkaden neue Wege suchen. Gewinner scheint der Ringerbrunnen zu sein, Verlierer der Damm.

Sonnabend, 13 Uhr: Die Eiscafés rund um den Ringerbrunnen sind voll. Kein Sitzplatz ist frei. Julita Zaremba, Center-Managerin des City-Points, ist zufrieden und sieht die aktuelle Untersuchung ihres Hauses ECE bestätigt.

Danach gibt es einen Anstieg der Besucherzahlen Vor der Burg/Ringerbrunnen – im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent. Auf dem Langen Hof/Ecke Bohlweg sind es sogar 75 Prozent mehr. Gezählt wurde jeweils am Donnerstag vor Ostern.

"Ein hervorragendes Ergebnis", sagt Julita Zaremba. Von "ordentlichem Betrieb" spricht am Sonnabend auch Joachim Wrentsch. Seine Buchandlung Graff ist einer der großen Magneten im westlichen Teil der Innenstadt.

Er sagt: "Braunschweig hat durch die Schloss-Arkaden als Stadt gewonnen, aber im Handel sind alle nicht ganz zufrieden."

Andreas Rink (Modegeschäft Laend’s End) unterstreicht: "Frequenz ist nicht gleich Umsatz." Für Julita Zaremba ist klar: "Die Menschen sind da, jetzt muss der Handel sie durch besondere Anstrengungen zu Kunden machen."

Volkmar von Carolath, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI), setzt da an. "Die Innenstadt ist stark im Vergleich zu den Schloss-Arkaden. Wir müssen den Service verbessern. Die Leute kommen zum Bummeln nach Braunschweig."

Er stützt seine Aussage auf Untersuchungen der Standzeit in Parkhäusern. Von Carolath betreibt das Parkhaus Welfenhof. "Bei uns parken die Autos im Schnitt zwei Stunden lang, in den Schloss-Arkaden nur 54 Minuten."

Größere Sorgen machen sich Geschäftsleue am Damm. Nach einer Studie von City-Immobilienmakler Kemper’s (Düsseldorf) ist die Passantenfrequenz dort um fast zwei Drittel zurückgegangen.

Boris Wachter, Geschäftsführer Kemper's Hannover GmbH, beruhigt: "Die Bereiche Damm und Bohlweg bleiben die Top-Lagen Braunschweigs." Die Entwicklung am Ringerbrunnen ist für ihn ein vorübergehendes Phänomen im Zusammenhang mit der Eröffnung der Schloss-Arkaden.

Carl Langerfeldt, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, wertet den Einbruch am Damm als Momentaufnahme: "Nur eine Stunde zu zählen, bringt keine aussagekräftigen Ergebnisse."

Der Arbeitsausschuss Innenstadt will jetzt neue Zählungen von Burgpassage, Welfenhof, Media-Markt und ECE im November koordinieren. Ziel sind verlässliche Zahlen, um darauf ein schlüssiges Marketingkonzept aufzubauen.

Montag, 27.08.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/7198886/menuid/2048
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