"Vom Weltfrieden sind wir weit entfernt"
Forscherin: Derzeit werden 130 Konflikte gewaltsam ausgetragen – 25 Millionen Menschen auf der Flucht
HEIDELBERG. Rein statistisch gesehen ist die Welt in diesem Jahr ein wenig friedlicher geworden. Es gibt mehr Konflikte, die sich abschwächten als solche, die zu Kriegen eskalierten.
"Vom Weltfrieden sind wir aber weit entfernt", sagt Lotta Mayer vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung. Zwar listen die Forscher fünf ernste Krisen weniger auf. Dafür würden sich viele Krisen aber hinziehen und zunehmend verhärten.
"Auch wenn wir hier auf einer Insel der Glückseligkeit leben, gibt es auf der Welt immer noch extrem viele Menschen, die hungern, die leiden", sagt Lotta Mayer. Mindestens 25 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht.
Sechs Kriege werden derzeit in der Liste der Konfliktforscher geführt. "Krieg, das bedeutet immer auch Vertreibung, Massenvergewaltigung oder Völkermord", sagt Tilman Zülich, Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. "Darauf haben Politik und die großen Organisationen nach wie vor keine Antwort."
Und die Herausforderungen für Hilfsorganisationen wachsen: "Wir haben immer öfter mit klimabedingten Wirbelstürmen und Überschwemmungen zu tun", sagt Fredrik Barkenhammar vom Deutschen Roten Kreuz.
FAKTEN:
Heidelberger Konfliktbarometer:
Es listet weltweit 328 Konflikte auf.
Nicht gewaltsam: 198, zum Beispiel Streit zwischen Marokko und Spanien um Petersilieninseln oder Drohungen zwischen USA und Iran.
Gewaltsam: 99, zum Beispiel Eta-Anschläge in Spanien.
Hochgewaltsam: 31, darunter Krisen wie in Birma und Kriege in Darfur, Somalia, Afghanistan, Pakistan, im Irak und auf Sri Lanka.













