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13. Februar 2012
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Pop-Songs mit Widerhaken

"Wir sind Helden" begeistern 1500 Fans in Braunschweig

Von Florian Arnold

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"Wir sind Helden" sind eine Band der charmanten Verweigerung. Auch wenn Sängerin Judith Holofernes ironisch-forsch "An die Arbeit" predigt – im Startersong der aktuellen, dritten CD "Soundso" – und die Gruppe die Nummer auch als ersten Song ihres Konzerts gestern Abend im Braunschweiger Jolly Joker anspielt.

Aber ihre Arbeit als Rockstars scheinen die Bandmitglieder nicht so hundertprozentig ernst zu nehmen. Sie verweigern sich typischen Popmechanismen und -Gesten. Holofernes trägt zwar einen skurrilen Künstlernamen, wie alle Bandmitglieder, kleidet sich in der Regel aber bewusst gewöhnlich. Vielleicht ein wenig bunter, auch wenn sie gestern in Braunschweig mal einen dunklen Glockenrock zum engen schwarzen T-Shirt trägt.

Statt durch Partys und Talkshows zu ziehen, hat die Anfang-Dreißigerin aus Berlin mit Schlagzeuger Pola Roy ein Kind gezeugt. Auch der kommt freundlich-bärtig unspektakulär rüber und wirkt so nett normal wie der Rest der Band. Auf den ersten Blick.

Denn in seinen Songs setzt das Quartett geschickt Widerhaken unter der melodischen Oberfläche. "Du pfeifst und singst und fühlst dich frei/da zieht wer links an dir vorbei/Vorbeiziehen ist mir einerlei/sagst du und wirst ganz blass dabei", reimt Holofernes pfiffig hintergründig in dem Lied "Die Konkurrenz".

Zu den gekonnt, wenn auch oft etwas zu glatt arrangierten Nummern wiegt sie sich sanft im Rhythmus und schenkt den Fans vor der Bühne mal ein verträumtes, mal ein verschmitztes Lächeln unter den langen blonden Haaren.

Manchmal verplaudern sich die Bandmitglieder zwischen den Nummern auch komplett, etwa über die Konkurrenz zwischen Braunschweig und Hannover, wo Keyboarder Jean-Michel Tourette herstammt. Sie haben’s nicht eilig.

"Wir können alles schaffen/genau wie die tollen/dressierten Affen, wir müssen nur wollen/wir müssen nur wollen", bringen Holofernes und Co in Braunschweig einen Hit ihres Debütalbums, in dem sie sich über die Leistungsgesellschaft lustig machen. Dem Zwang zum Funktionieren schleudern sie kein rau-krachiges "Null Bock" entgegen wie die Punks vor 25 Jahren. Stattdessen vertonen sie ihr entspanntes "mal halblang" zu schimmernden Pop-Perlen.

Die Mischung kommt an, das Jolly Joker ist ausverkauft mit rund 1500 Fans. Die Helden bieten ihnen einen Querschnitt durch ihre drei Alben, gestalten die erste Hälfte des Konzerts ziemlich rockig, nachher wird’s entspannter, ein Gasttrompeter sorgt zeitweise sogar für jazzige Klänge. Und die Hits wie "Aurelie" werden nicht vorenthalten.

Die Helden sind halt eine nette Band – und eine gute.

Freitag, 04.04.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8240705/menuid/2184

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