"Mehr Ehrenamt für den Naturschutz"
Umweltminister Sander fordert vor Beginn der Bonner UN-Konferenz, das Artensterben zu stoppen
BRAUNSCHWEIG. Die Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen findet im Mai in Bonn statt. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) eröffnete zur Vorbereitung gestern in Braunschweig die Ausstellung "Biologische Vielfalt in Niedersachsen".
Bereits 1992 hatte es die erste UN-Artenschutzkonferenz in Rio de Janeiro gegeben, in der mehr als 150 Staaten beschlossen hatten, das Artensterben bis zum Jahr 2010 zu stoppen.
"Das Ziel wird nicht erreicht. Das wissen wir schon heute", stellte Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzringes, gestern fest. Weinzierl gehörte zu den Teilnehmern eines Podiumsgesprächs, das der Ausstellungseröffnung vorausging. "Die Konferenz in Bonn ist deshalb peinlich. Am Ende müssen Handlungsstrategien stehen", forderte Weinzierl.
"Es darf nicht nur diplomatische Erklärungen geben", forderte auch Umweltminister Sander. "Die Vielfalt an Flora und Fauna, die es 1992 noch gab, gibt es heute schon nicht mehr. Und dennoch ist vieles gemacht worden", sagte Sander.
Als Erfolge für Niedersachsen nannte Sander die Wiederansiedlung des Birkhuhns zunächst in der Lüneburger Heide, ein Vogel den es einst landesweit gegeben habe, und die Wiedereingliederung des Luchses. "Die Luchsauswilderung ist so gut gelungen, dass wir sie schon wieder drosseln müssen", so Sander.
Als große Chance für die Artenvielfalt müsse in Niedersachsen auch das grüne Band gesehen werden, das durch die innerdeutsche Grenze entstanden sei.
Das Land gebe in diesem Jahr 22 Millionen Euro für den Naturschutz aus. "Aber das reicht nicht. Hier sind auch die Menschen gefragt, sich um die Natur in ihrem Umfeld, in ihrer Region zu kümmern", appellierte Sander an das ehrenamtliche Engagement.
Die Landtagsgrünen haben unterdessen von der Landesregierung gefordert, einen Aktionsplan vorzulegen, mit dem bis zum Jahr 2010 der Artenverlust in Niedersachsen gestoppt werden kann. "Der Umweltminister versucht das Artensterben mit Sonntagsreden aufzuhalten. Es gibt in Niedersachsen kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsdefizit", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel gestern am Rand des Podiumsgesprächs.













