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13. Februar 2012
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Fahrzeugtechnik: Start am 1. August

Gemeinsames Zentrum von TU und VW – Drei Institute in Wolfsburg, sieben in Braunschweig

Von Henning Noske

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BRAUNSCHWEIG. Das Gesetz für die Niedersächsische Technische Hochschule (NTH) besteht erst als Entwurf, soll am 1. Oktober in Kraft treten. Doch mit Riesenschritten macht sich die TU Braunschweig an ihren beispiellosen Umbau.

Bereits am 1. August startet das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) und bezieht gleich drei Institute im Mobile-Life-Campus von VW in Wolfsburg – in der Auto-Uni.

"Es ist ein Meilenstein in jeder Beziehung", sagt Udo-Willi Kögler, der Sprecher des Gründungsvorstands des NFF. Der frühere Leiter des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung bei Volkswagen ist Beauftragter von VW-Personalvorstand Horst Neumann und berichtet an TU-Präsident Jürgen Hesselbach.

In Wolfsburg werden vom 1. August an die TU-Institute für Automobilwirtschaft, Fahrzeug-Elektronik und Fahrzeug-Informatik auf 2700 Quadratmetern und mit mehr als 100 Mitarbeitern aus Uni und Industrie etabliert.

Bereits für Ende 2008 ist dann der erste Spatenstich für den ersten Bauabschnitt am Braunschweiger Forschungsflughafen geplant, zweiter Schwerpunkt des NFF. Dort werden ebenfalls drei neue Institute entstehen, so dass in Braunschweig sieben Institute angesiedelt sind: Fahrzeugtechnik, Verbrennungskraftmaschinen, Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik, Aufbaukonstruktion, Nutzfahrzeugtechnik, Verkehrswesen, Kraftstoffsysteme.

Im Resultat entsteht ein Komplex, der die Größenordnungen der Kooperationen etwa von Daimler oder BMW mit süddeutschen Universitäten erreichen soll – und übertreffen. "Ein Kraftakt, wie wir ihn bisher noch nicht gestemmt haben", sagt Braunschweigs Uni-Präsident Hesselbach.

Für ihn ist es der Einstieg in den strategischen Umbau der Uni. Neuausrichtung und "hochschulinterne Ressoucenverlagerung" haben den Krafttakt ermöglicht. Im Klartext kostet der neue Kurs allein die Physik der TU drei Professuren. Bei aller Verbitterung dort ist die TU längst zur Tagesordnung übergegangen und rüstet sich für die neue Rolle im Fahrzeug-Konzert der ganz Großen. "Wir reihen uns jetzt in die großen europäischen Zentren ein", sagt Kögler.

Der Senat der TU Braunschweig hat da keine Einwände mehr, gab dem NFF einstimmig mit 11 Ja-Stimmen seinen Segen. Neben Kögler rückt unter anderem auch der frühere Leiter des Instituts für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau der Universität Hannover, Prof. Bernhard Friedrich, in den Gründungsvorstand ein. Er ist als Leiter in das Institut für Verkehr und Stadtbauwesen der TU Braunschweig gewechselt.

Kögler will nun viele Gespräche führen und die Arbeit anschieben. Was verleiht ihm dabei Autorität? Auf diese Frage gibt der 65-jährige Diplom-Physiker und Ehrendoktor der TU eine unmissverständliche Antwort: "Es ist meine direkte Verbindung zum VW-Vorstandsvorsitzenden Dr. Winterkorn und zu Dr. Neumann, dessen direkter Beauftragter ich bin."

So will Kögler jetzt viele Leute persönlich treffen, auch Politiker bis hin zum Ministerpräsidenten. Besonders in seinem Blickfeld liegen Forschungseinrichtungen wie etwa das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – direkter Partner am Forschungsflughafen.

Kögler sieht seinen Einsatz auch ganz persönlich als eine Art Krönung. "Über Jahrzehnte habe ich versucht, die Verbindung von Forschung und Entwicklung von Volkswagen mit der TU zu vertiefen. Jetzt sind die Bedingungen exzellent", sagt er.

So exzellent – dass Kögler eine besondere Dynamik vermutet, wenn die Arbeit erst einmal läuft. Sie könnte in nicht allzu ferner Zukunft einen zweiten Bau-Abschnitt erforderlich machen.

Doch so weit ist es noch nicht. Zunächst einmal mahlen die universitären Mühlen doch noch etwas langsamer, müssen auch zwei der drei Professuren in Wolfsburg noch besetzt werden. So etwas gehe jetzt viel schneller als sonst, heißt es.

Mittwoch, 16.04.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8304682/menuid/291585

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