Fairness-Pokal schafft mehr Miteinander
Hauptschule Heidberg wird heute in Hannover für ein klassenübergreifendes Projekt zur Gewalt-Prävention ausgezeichnet
Kriegen sie den dritten Preis, den zweiten oder gar den ersten? Heute Nachmittag wird die Ganztags-Hauptschule Heidberg wissen, wie weit sie die Nase vorn hat.
Sieger ist die Schule bei "Fair bringt mehr", dem Wettbewerb für mehr Miteinander, den die Volksbanken und Raiffeisenbanken ausrichten, allemal. Erst Gewinner des Bezirksentscheids, nun unter den Besten der Landesrunde. Immerhin haben niedersachsenweit 13 000 Schüler mitgemacht. "Ich bin stolz auf meine 400 Schüler, auf meine Lehrer und Sozialpädagogen", seufzt Schulleiterin Angelika Petermann selig.
Worum es geht? Um Gewaltprävention. Die betreibt die Hauptschule Heidberg seit Jahren vorbildlich. Daher hat sie sich mit ihrem Projekt "My Way fair play" an der Banken-Initiative, deren Schirmherr Ministerpräsident Christian Wulff ist, beteiligt.
Das Schulprojekt entwickelt sich seit 1997 stetig weiter. Im Zentrum stehen die Fußballturniere zu Nikolaus und Neujahr, bei denen neben der sportlichen Leistung eben auch der Sportsgeist zählt. Größer als die Siegerpokale nach schweißtreibender Körperertüchtigung ist daher auch der Pokal für die fairsten Sportler.
"Wir möchten dafür sorgen, dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden beziehungsweise erst gar nicht entstehen", betont Schulleiterin Petermann, und so zieht sich der Fairness-Gedanke durch den ganzen Schulalltag. "Jeder Schüler und jeder Lehrer ist durch irgendein Projekt beteiligt." Sei es durch aktive Teilnahme, durch Mithilfe bei der Planung und Organisation oder durch die Gestaltung des Rahmenprogramms. Das pädagogische Ziel des Turniers, das ganz in der Verantwortung der Schülervertreter liegt: mehr soziale Kompetenz, Motivation, Freude an der Bewegung, Festigung des Wir-Gefühls, Stärkung der Schulgemeinschaft, Förderung von Eigenverantwortlichkeit und letztlich Stärkung des Selbstbewusstseins. "Diese Turniertage wirken sich positiv auf das Schulleben des ganzen Jahres aus", meint Angelika Petermann.
Die Schüler haben den Fairness-Gedanken offenbar schon prächtig verinnerlicht. "Gerade erst fragte mich ein Schüler, warum es eigentlich bei der Fußball-Europameisterschaft keinen Fairness-Pokal gibt", erklärt die Schulleiterin lachend.
Die Siegprämie 2000, 2500 oder 3000 Euro muss zweckgebunden für weitere Gewaltpräventions-Maßnahmen ausgegeben werden. "Dafür kaufen wir einen Boxsack, an dem sich die Schüler austoben können, und eine neue Tischtennis-Platte", verspricht die Schulleiterin.













