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04. Februar 2012
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Längere Öffnungszeiten:  Kunden sind entspannter und geben mehr Geld aus

Kaufleute am Markt öffnen samstags künftig bis 18 Uhr – Ein Jahr Testphase: "Investition zahlt sich aus"

Von Petra Sandhagen

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PEINE. Zu den neuen Öffnungszeiten der Geschäfte rund um den Peiner Markt ab 6. September samstags bis 18 Uhr sprachen die PN mit Einzelhändler Bernd Klawiter. Er ist überzeugt, dass sich der Service langfristig lohnt: "Der Handel muss sich bewegen."

Die Diskussionen um die Schlusszeiten jedenfalls kann Klawiter nicht mehr hören: "Das ist seit Jahrzehnten ein leidiges Thema." Da sich nicht die Interessen aller Peiner Kaufleute unter einen Hut bringen ließen, "beginnen wir in kleiner Runde". Mit im Boot sind die sieben Geschäfte Männersache, Schridde, Westphal, Klawiter, Kühnel, Wein&Co. sowie Nahkauf.

Alle gemeinsam erfüllen sie Kundenwünsche. Klawiter schildert: "Kunden sagen uns schon seit Jahren, dass sie die Uneinheitlichkeit der Öffnungszeiten stört." Einige erzählten, dass sie von vornherein lieber in andere Städte führen, um nicht vor verschlossener Tür zu stehen. "Die Kaufkraftabflüsse müssten Peiner Kaufleute doch aufrütteln", unterstreicht Klawiter.

Die Testphase in Peine soll ein Jahr dauern, denn der zusätzliche Service schlägt finanziell durchaus zu Buche. Klawiter nennt ein Beispiel: "Ich habe die Auswirkungen für mein Geschäft hochgerechnet. Das Ganze kostet mich rund 2500 Euro im Jahr." Trotzdem ist der Unternehmer bereit dieses Investitionsrisiko einzugehen, "auch wenn es sich nicht sofort rentiert".

Auf lange Sicht aber, das ist Klawiter optimistisch, zahlten sich die längeren Öffnungszeiten aus. Er stützt sich dabei insbesondere auf die Erfahrungen der Geschäfte Männersache und Schridde. Beide bieten die längeren Öffnungszeiten bereits seit geraumer Zeit an. Dort haben die Inhaber die Erfahrung gemacht, dass sich das Angebot erst rumsprechen müsse, sagt Klawiter. "Dann nehmen sich die Kunden mehr Zeit, gehen entspannter einkaufen – und der Bon ist höher."

Ähnliches habe er auch von anderen Kollegen gehört. Klawiter kann zwar verstehen, dass längere Öffnungszeiten bei Selbständigen auf Kosten der eigenen Freizeit gingen, aber dieses Problem lasse sich lösen. In seinem Geschäft beispielsweise decke er die Zeit ab, indem er einige Schichtzeiten leicht verschiebe. Klawiter: "Die Hauptzeit ist samstags von 11 bis 14 Uhr. Da sind wir mit mehr Leuten besetzt." Danach reichten weniger Mitarbeiter, aber genügend, um alle Kunden zu beraten, ergänzt er und hofft, Mitstreiter aus anderen Teilen der Innenstadt zum Mitmachen zu bewegen.

Das Argument der Skeptiker sei oft: "Das lohnt sich nicht." Anders Klawiter und seine Mitstreiter: "Wir wollen den Kunden mit der Aktion signalisieren: Wir möchten, dass ihr in Peine einkauft." Die Aktion sei auf jeden Fall ein Imagegewinn, ist sich Klawiter sicher. Sie mache die Peiner Innenstadt attraktiver. "Ich hoffe, dass die Kunden mehr ausgeben und sich das Risiko verringert, dass das Geld in anderen Städten ausgegeben wird."

Dienstag, 12.08.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8914745/menuid/2162
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