BZV
newsclick
    Suchen
01. August 2010
2-Tage-Vorschau

"Wir sind froh, dass es weitergeht"

Hochschul-Präsidenten aus Braunschweig und Clausthal zur Rettung des Projekts Niedersachsen-Uni

Von Michael Ahlers

zoom
Großansicht Großansicht
zoom
Großansicht Großansicht
zoom
Großansicht Großansicht

HANNOVER. Der Krisengipfel dauerte zweieinhalb Stunden. Jürgen Hesselbach von der TU Braunschweig und sein Kollege Thomas Hanschke von der TU Clausthal sind zufrieden mit dem Treffen bei Wissenschaftsminister Stratmann.

Es ging um die Niedersachsen-Uni, mit der Niedersachsen irgendwann mit Spitzen-Unis wie der ETH Zürich auf Augenhöhe sein will. Nötig wurde das Treffen der Präsidenten dadurch, dass Hannovers Uni-Präsident Erich Barke lange getroffene Vereinbarungen in Frage stellte. Stratmann musste das Prestige-Thema am Dienstag trotz fertigen Gesetzesentwurfs von der Kabinetts-Tagesordnung streichen lassen.

Der Sitz der neuen Hochschule müsse Hannover sein, alles andere sei Blödsinn, hatte Barke gesagt. Wer wisse schließlich schon, wo Clausthal liege?

Auch dass die Niedersachsen-Uni für ihre Fächer die Professoren selber berufen soll, stört die Hannoveraner nach wie vor. Denn rund die Hälfte der Studenten an der Leibniz-Uni fällt gar nicht unter die neue Kooperation. Barke und sein Präsidium fürchten daher eine Zwei-Klassen-Universität. "Wir haben Verständnis für die schwierige Situation, in der sich unser Kollege befindet", meinte Hesselbach.

Wissenschaftsminister Stratmann machte dagegen beim Treffen mit den Präsidenten aus seiner Verärgerung über Barkes Störmanöver unmittelbar vor der entscheidenden Kabinettssitzung keinen Hehl. Lange feilten die Uni-Chefs gestern an jener gemeinsamen Erklärung, mit der ein offener Eklat vermieden wurde.

Zwar wird das Gesetz über die Gründung der Hochschule nicht geändert – auch nicht, was die Frage des wechselnden Sitzes noch die Berufung der Professoren betrifft. "Wenn wir feststellen, dass etwas nicht funktioniert, werden wir es ändern", versicherte Hesselbach.

Etwas akademischer findet sich das auch in der Erklärung. Hesselbach und der Clausthaler Präsident Thomas Hanschke wiesen in den vergangenen Tagen immer wieder darauf hin, dass die enge Zusammenarbeit der drei Unis doch schon funktioniere. "Wir stimmen uns schon bei der Besetzung von Professuren ab", so Hesselbach.

Thomas Hanschke, geschäftsführender Präsident der TU Clausthal, sagte gestern: "Wir sind froh, dass es weitergeht." Das dürfte auch der Minister so sehen. "Ich habe immer gesagt, dass ich das Projekt für zukunftsweisend halte", sagte Stratmann nach dem Treffen knapp.

Wer klare Worte des Ministers zur Zukunft erwartet hatte, wurde enttäuscht. Zum einen hatte der düpierte Stratmann schon den Präsidenten zu verstehen gegeben, dass es an ihnen sei, die Karre nun auch wieder aus dem Dreck zu ziehen. Zum anderen steht eine Klausurtagung der Regierung Wulff bevor, in deren Verlauf auch zahlreiche Regional-Themen angesprochen werden sollen. "Die Gründung der Hochschule gehört in diese Problematik", so Stratmann zu unserer Zeitung.

Von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) gab es gestern nichts zu dem Thema: Er ist auf Auslandsreise. Dass sich im Stratmann-Ressort die Probleme häufen, dürfte gerade Wulff mit Argusaugen beobachten. Der Ministerpräsident hält den Oldenburger seit jeher für zu weich fürs Politikgeschäft.

Nun muss Stratmann die Uni Hannover bei der Stange halten – und möglichst schnell sein Gesetz über die Hürden bringen. Je schneller, desto besser.

Donnerstag, 28.08.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9028236/menuid/2046

Videos der Region

Saarbrücken - Eintracht
[ zur Galerie ]
Oldtimer-Rallye Wolfsburg
[ zur Galerie ]
Trainingslager des VfL, Teil 2
[ zur Galerie ]
Rennen "Rund um den Elm"
[ zur Galerie ]
alle Fotogalerien ]