Flughafen-Ausbau kann sich um ein weiteres halbes Jahr verzögern
Wegen Brut- und Setzzeit muss Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts bis Ende des Jahres vorliegen
Die Flughafengesellschaft Braunschweig-Wolfsburg hat zur Zeit zwei drängende Probleme: Den Fluglotsenstreik und die Verzögerungen beim Ausbau der Start- und Landebahn auf eine Länge von 2300 Meter.
Am gestrigen Freitag hätten die Fluglotsen, die unter anderem eine Gehaltserhöhung um 35 Prozent fordern, ganztägig gestreikt, sagt Reinhard Manlik, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft. Lediglich Sichtflugverkehr sei möglich gewesen.
Das andere Problem ist das Warten auf die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg. Das nämlich muss in zweiter Instanz über eine Klage der Ausbaugegner entscheiden. Und der Verkündungstermin sei immer noch nicht bekannt, sagt Manlik. "Wenn wir bis Jahresende keine Entscheidung haben, kann es zu einer weiteren Verzögerung des Ausbaus kommen", weiß er.
Denn für die Verlängerung der Start- und Landebahn sowie zur Sicherung einer freien Einflugschneise muss ein Teil des Waggumer Forstes gefällt bzw. gekappt werden. Das geht nur außerhalb der Vegetations-, beziehungsweise Brut- und Setzzeit. Mit einer klaren Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts müssten die Arbeiten im Februar beginnen können, um vor der Vegetationsphase fertig zu sein.
Für diese vorbereitenden Arbeiten für den eigentlichen Ausbau seien keine europaweiten Ausschreibungen nötig, so dass ohne Verzögerung begonnen werden könnte, weiß der Aufsichtsratsvorsitzende.
In den Ausbau des gesamten Flughafen-Umfeldes inklusive Start- und Landebahnverlängerung sowie zweier Gewerbegebietserweiterungen an der Hermann-Blenk-Straße werden 44,9 Millionen Euro investiert. Davon entfallen auf den Flughafenausbau 38,6 Millionen Euro, die von den Anteilseignern sowie aus EU-Fördermitteln aufgebracht werden.
Durch die Verzögerung gebe es keine Probleme mit den EU-Mitteln, da nach ersten Verzögerungen durch die Klage die Abruffrist für diese Mittel im vergangenen Jahr um fünf Jahre verlängert worden sei, sagt Manlik.
Bei den Baukosten erwartet er keine Kostenexplosion durch die Verzögerungen, da verhältnismäßig wenig Stahl verbaut werde, dessen Preise drastisch gestiegen seien.













