Seuchen-Alarmplan für Angriff mit Pockenviren
Landesgesundheitsamt sieht keinen Anlass zur Panik
HANNOVER. Seit 1979 gelten die Pocken weltweit als ausgerottet. Gleichwohl bereitet sich die Bundesregierung auf einen Terror-Anschlag mit Pockenviren vor. Dieser gilt zwar offiziell als "unwahrscheinlich", dennoch sollen künftig hundert Millionen Impfdosen vorgehalten werden, um notfalls jeden Deutschen impfen zu können, so das Bundesgesundheitsministerium.
Wo der Impfstoff, der in Deutschland nicht zugelassen ist und deshalb hier auch nicht hergestellt wird, herkommt, wieviel Geld dafür aufgewendet werden muss, das fällt im Bundesgesundheitsministerium unter das Stichwort "sicherheitsrelevant" und wird nicht beantwortet.
Überhaupt ist dem Ministerium der unerwartete Lärm um einen denkbaren Pockenviren-Anschlag höchst unverständlich, habe die Bundesregierung doch schon im Oktober 2001 weltweit mit dem Ankauf des Impfstoffes begonnen, sagt Annelies-Ilona Klug aus der Ministeriums-Pressestelle. Überdies werde ein Alarmplan mit den Innenministerien erarbeitet, der zügig zum Abschluss gebracht werden soll.
Bis der steht, sei noch immer kein Anlass zu Furcht, Sorge oder gar Panik gegeben, wie Professor Dr. Adolf Windorfer vom niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover sagt. Immerhin bestehe der so genannte Seuchen-Alarmplan, so dass akute Erkrankungen ohne Irritationen und blinden Aktionismus behandelt werden können. Auch ein Pockenimpfstoff könne binnen kürzester Zeit zugelassen werden, so dass eine Ausbreitung der Erkrankung unterbunden werden kann.
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