Wolfsburg: Superintendent fordert Schutz der Jugend vor rechten Verführern
Der Wolfsburger Superintendent Hans-Joachim Lenke hat dazu aufgerufen, jungen Menschen gezielte Bildungsangebote zur Aufklärung gegen Rechtsxtremismus zu machen. „Die Jugend muss nachhaltig gegen das Werben rechter Verführer geschützt werden“, schreibt der evangelische Theologe in einem Rundbrief zum Jahreswechsel.
Lenke erinnerte an den „Schulterschluss der Wolfsburger Demokraten“ gegen die Einrichtung eines „KdF-Museums“ im vergangenen Halbjahr. Mitglieder der rechtsextremen NPD hatten sich zur Museumsgründung in Wolfsburg getroffen. Der Protest gegen dieses Vorhaben hat nach Einschätzung Lenkes das Bewustsein vieler Bürger gestärkt, für die Werte der Demokratie einzustehen und zu kämpfen. Das Museum sollte nach Einschätzung der NPD-Gegner die Autoproduktion in der Zeit des Nationalsozialismus verherrlichen.
Wolfsburg war von den Nationalsozialisten 1938 als „Stadt des KdF-Wagens“ gegründet worden. „KdF“ steht für „Kraft durch Freude“, einer Unterorganisation der NS-„Deutschen Arbeitsfront“. Das Volkswagenwerk diente der Rüstungsproduktion. Zahlreiche Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene überlebte
n die menschenunwürdigen Wohn- und Arbeitsbedingungen nicht.Für die Einrichtung des „KdF-Museums“ hatte der inzwischen gestorbene NPD-Funktionär und Rechtsanwalt Jürgen Rieger ein ehemaliges Möbelhaus gemietet. Gegen die Pläne bildete sich ein breites Aktionsbündnis, das unter anderem im September eine Demonstration mit 2000 Teilnehmern organisierte. Mit dem Tod Riegers hatten sich die Museumspläne erledigt. epd











