Hannover: Wulff-Rede bei dubioser Gruppierung in Kritik
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat mit einem Auftritt bei einer umstrittenen christlichen Gruppierung Kritik auf sich gezogen. Der Regierungschef sollte bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Christlicher Publizisten am Mittwochabend in Bad Gandersheim reden. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin rät zur Distanz zu dieser Gruppe, die rechte Sichtweisen vertrete. Der Name sei irreführend, seriöse evangelische und katholische Publizisten seien dort nicht vertreten, sagte die Theologin Claudia Knepper von der Zentralstelle.
Vor allem die Linksfraktion im niedersächsischen Landtag kritisierte den Auftritt Wulffs bei dieser Gruppierung, deren Sitz in Niedenstein bei Kassel ist. Es sei unverständlich, dass er sich „vor den Karren dubioser christlich-fundamentalistischer Lobbygruppen spannen“ lasse. Die Organisation sei immer wieder durch fragwürdige Veröffentlichungen aufgefallen und wolle sich mit bekannten Persönlichkeiten schmücken.
Ein Sprecher der Staatskanzlei in Hannover sagte, die Kritik der Linken sei in der Regierung nicht bekannt. Innerhalb der Staatskanzlei würden sämtliche Termine auf ihre Unbedenklichkeit überprüft. Es liege Wulff nichts ferner, als vor einer Vereinigung des rechtsextremen Lagers aufzutreten. Der niedersächsische Regierungschef ist bekennender Katholik. dpa













