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01. August 2010
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Bessere Studienbedingungen frühestens Ende 2010

Landtagsdebatte zu den aktuellen Bildungsprotesten – Kritik an Minister Stratmann

Von Peter Mlodoch

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HANNOVER. Die Furcht vor Studentenprotesten war unbegründet; die zahlreichen Polizisten vor dem Landtag in Hannover verbrachten gestern einen ruhigen Vormittag. Drinnen im Parlament ging es deutlich hitziger zu.

SPD, Grüne und Linke warfen Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) Versagen bei der Bologna-Reform vor. Während in Leipzig aus Anlass der Hochschulrektorenkonferenz 4000 Studenten gegen Studiengebühren, Stofffülle und Prüfungsstress über die Straßen zogen, stritten die niedersächsischen Parlamentarier über Ursachen und Folgen des Bildungsstreiks.

"Diese Landesregierung hat den Bologna-Prozess immer nur als Sparprogramm verstanden", kritisierte die grüne Wissenschaftsexpertin Gabriele Heinen-Kljajic (Braunschweig). Ihre SPD-Kollegin Gabriele Andretta geißelte die Studiengebühren als "unsoziale Abkassiererei".

Der Wolfenbütteler Linken-Abgeordnete Victor Perli bemängelte, dass die Bachelor- und Masterstudiengänge nur am Arbeitsmarkt ausgerichtet seien. Es gehe nicht mehr um wissenschaftliche Ausbildung, sondern allein um die "Beschäftigungsfähigkeit" der Studierenden. Folge: Viele kämen nicht mehr mit. So hätten an der TU Braunschweig von 444 Bachelor-Studenten im Fach Maschinenbau 40 Prozent hingeschmissen.

Stratmann wies die Vorwürfe als Unfug zurück. Im früheren Diplom-Studiengang sei bei den Maschinenbauern die Abbrecherquote noch viel höher gewesen. Inzwischen hätten sich die Studienbedingungen und die Ausstattung der Hochschulen deutlich gebessert. "Davon habe ich als Student in den 80er Jahren nur geträumt."

Der Minister gab jedoch zu, dass es bei Studieninhalten und -dauer Verbesserungsbedarf gebe. Auf seinen Vorschlag hin sollten die Universitäten etwa die Prüfungsdichte entschärfen und weniger Spezialwissen anbieten. Die Umsetzung allerdings werde bis zum nächsten Wintersemester auf sich warten lassen.

Stratmann bekräftigte, dass Niedersachsen an den Studiengebühren festhalten werde. "Es ist keine Überforderung, wenn man später bei einem entsprechenden Einkommen 5000 oder 6000 Euro zurückzahlen muss", meinte der Minister mit Blick auf das Darlehensmodell.

Mittwoch, 25.11.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11320887/menuid/10200370
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