8300 Meter Stromkabel werden unterirdisch verlegt
Teilstück bei Ganderkesee ist Pilotprojekt – Weitere Trasse in Peine und Salzgitter
Die erste Erdkabel-Trasse in Niedersachsen nimmt Gestalt an. Zwischen Ganderkesee und Klein Henstedt sollen auf 8,3 Kilometern Höchstspannungs-Stromleitungen unterirdisch verlegt werden.
Netzbetreiber Transpower will binnen dreier Wochen das Planfeststellungsverfahren in die Wege leiten. Das kündigte Geschäftsführer Martin Fuchs gestern in Hannover an.
Das Pilotprojekt ist Teil der 65 Kilometer langen Stromleitung nach St. Hülfe bei Diepholz. Der Rest besteht aus einer herkömmlichen, bei betroffenen Bürgern aber sehr umstrittenen Freileitung.
Eine weitere neue Trasse ist, wie berichtet, von Wahle im Kreis Peine über Salzgitter ins hessische Mecklar bei Bad Homburg geplant. Dort soll im Sommer das Raumordnungsverfahren starten. Die Luftlinie beträgt rund 200 Kilometer, man prüfe aber mehrere Korridore mit 650 Kilometern Länge.
"Wir werden auch öfter mal einen Haken schlagen", meinte Fuchs mit Blick auf Siedlungsgebiete. Wie viele Abschnitte später unterirdisch verliefen, könne man noch nicht sagen.
Die neuen Leitungen sollen den Strom, vor allem aus den Wind-Energieanlagen an der Küste und in der Nordsee, in den Süden transportieren. "Das Ausbau der Windenergie erfordert eine Anpassung der Netze", betonte Fuchs. Der Bedarf liegt nach seinen Angaben insgesamt bei rund 430 Kilometern allein in Niedersachsen. Für vier Pilotprojekte mit Erdtrassen hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr die Grundlage geschaffen. Die Mehrkosten können danach auf die Endverbraucher umgelegt werden.
380 000 Volt Spannung sollen den Strom durch die Kabel fließen lassen. Bei Ganderkesee werden zwölf Stränge mit einem Durchmesser von rund 14,5 Zentimetern inklusive Isolierung in 1,7 Metern Tiefe auf Sand gebettet und mit Magerbeton abgedeckt. Eine Bepflanzung mit tiefen Wurzeln ist danach nicht mehr möglich. Die einzelnen Stränge sind ungefähr 900 Meter lang, müssen jeweils mit Muffen verbunden werden.
Für die Strecke Ganderkesee– St. Hülfe plant die Gesellschaft mit Investitionen von 160 Millionen Euro, davon allein 100 Millionen für die Erdverlegung. Unterirdische Kabel seien um das Sechsfache teurer als Freileitungen, sagte Fuchs. Die Pilotprojekte dienten der Erforschung der neuen Technik.













