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09. Februar 2012
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Gewerkschaft fürchtet Kahlschlag bei Finanzämtern

Land prüft angeblich Schließung von bis zu 47 Ämtern

Von Andre Dolle

BRAUNSCHWEIG. Unter den knapp 11 000 Finanzbeamten im Land herrscht derzeit eine große Unruhe. Zu viele Fallzahlen, komplizierter werdendes Steuerrecht. Damit nicht genug: Die Steuergewerkschaft fürchtet die Schließung vieler Finanzämter.

"Die derzeit 67 Finanzämter im Land könnten auf 20 bis 30 reduziert werden", sagt Thorsten Balster von der Deutschen Steuergewerkschaft, Landesverband Niedersachsen. Der stellvertretende Landesvorsitzende beruft sich auf Pläne des Innenministeriums.

Ministeriumssprecher Frank Rasche sagt dazu: "Pläne zur Restrukturierung der Finanzverwaltung gibt es in der Tat. Eine Gruppe von Verwaltungsmodernisierern arbeitet daran – Ergebnisse liegen aber noch nicht vor."

Spätestens bei der Haushaltsklausur im Frühsommer sollen die Pläne auf dem Tisch liegen. Dann werden sie debattiert.

Im Finanzministerium ist man schon jetzt nicht erfreut. "Unsere Verwaltung ist bestens aufgestellt", sagt Sprecher Jürgen Tostberg. Das soll so bleiben. Doch auch das Finanzministerium wird wohl einen Beitrag leisten müssen, um den Haushalt zu konsolidieren.

Die Steuergewerkschaft rechnet zumindest kurzfristig nicht damit, dass bei einer Schließung von Finanzämtern auch Stellen abgebaut werden. Schließlich haben die Mitarbeiter Beamtenstatus. "Mittel- und langfristig dürften aber viele Stellen nicht wiederbesetzt werden", so Gewerkschafter Balster. Viele Finanzbeamte sind im reiferen Alter. Pro Jahr scheiden in den kommenden Jahren etwa 500 Beamte aus dem Berufsleben aus.

Doch auch kurzfristig würde sich die Schließung von Finanzämtern für das Land rechnen. Allein bei den Liegenschaften für die Ämter könnte das Land viel Geld einsparen.

Für die Finanzbeamten hätte die Schließung einiger Finanzämter hingegen Folgen. "Ich müsste dann zum Beispiel von Vechta nach Oldenburg oder Delmenhorst ziehen", sagt Balster.

Auch für die Bürger hätten die Pläne der Landesregierung Konsequenzen. Balster: "Die Bürgernähe und die Kundenfreundlichkeit würden stark leiden."

Freitag, 30.04.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12156294/menuid/10200370
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