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07. Februar 2012
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"Ich bin dem Spender überaus dankbar"

Der ehemals nierenkranke Wilhelm Lange aus dem Landkreis Rotenburg erzählt über seine lange Leidenszeit

Von Andre Dolle

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Der Spender ist ihm nicht bekannt – die Deutsche Stiftung Organtransplantation personifiziert sie grundsätzlich nie. "Dem Spender, seiner Familie und den Ärzten und Pflegern bin ich aber unendlich dankbar", sagt Wilhelm Lange.

Der 57-Jährige aus Tarmstedt im Landkreis Rotenburg ist stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Nierenkranker, Dialysepatienten und Transplantierter in Niedersachsen – und selbst Betroffener. Achteinhalb Jahre lang musste der Nierenkranke dreimal wöchentlich zur Dialyse.

Lebensbedrohlich war seine Krankheit nicht, Lange war als Bankangestellter sogar weiterhin berufstätig. "Es war wie eine Wiedergeburt", beschreibt er dennoch den Tag, als er vor fünf Jahren eine Spenderniere erhielt. Langes Nierenversagen wirkte sich stark auf seinen Lebenswandel aus: Er durfte kein Obst essen, kein Salz, kaum Fleisch. Weitere Reisen musste Lange akribisch vorbereiten, schließlich musste er gewährleisten, dass er regelmäßig an Dialyse-Geräte angeschlossen werden konnte.

Die derzeitigen Debatten in der Politik, ausgelöst durch den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, der seiner Frau eine Niere spendete, verfolgt Lange mit großem Interesse. Die Widerspruchsregelung, die besagt, dass Hirntoten Organe entnommen werden dürfen, wenn sie dem nicht ausdrücklich zu Lebzeiten widersprochen haben, hält Lange für den "einzig gangbaren Weg". Nur so könne die Anzahl der dringend benötigten Organspenden angehoben werden.

Für den Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber ist die Widerspruchsregelung hingegen problematisch. Er befürwortet grundsätzlich zwar Organspenden. "Gleichzeitig dürfen aber nicht diejenigen moralisch abgewertet werden, die sich gegen eine Organspende entscheiden. Denn nach christlicher Überzeugung muss der Respekt vor der Würde des Menschen auch im Sterben und im Tod gewahrt bleiben. Deshalb ist eine Zustimmung aus freien Stücken die Voraussetzung für eine Organentnahme." Und nicht ein eingeforderter Widerspruch.

Dr. Nils Frühauf koordiniert die Organspenden in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein für die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Er verwaltet einen Mangel, dennoch ist auch er gegen die Widerspruchsregelung. "Spanien liegt weltweit an der Spitze, was die Organspende betrifft. Hier wird zwar die Widerspruchslösung praktiziert. Die spanische Organspende-Organisation weist jedoch selbst immer wieder darauf hin, dass der Erfolg dem System und den Strukturen in den Krankenhäusern des Landes zu verdanken ist, nicht seiner gesetzlichen Regelung", sagt Frühauf.

So verwundere es nicht, dass auch das Klinikum in Braunschweig in puncto Organspende vorbildlich ist. Das Klinikum Braunschweig steht für Mitarbeiter, die Kranke und Angehörige von Verstorbenen besonders einfühlsam über die Organspende informieren – nach spanischem Beispiel. "Die Braunschweiger Klinik steht im bundesweiten Ranking mit ganz oben. Das ist dem persönlichen Engagement der Mitarbeiter zu verdanken, die sich für die Organspende einsetzen und vorbildlich daran mitarbeiten", so Frühauf.

Dienstag, 31.08.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12853350/menuid/10200370
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