Blick in das schlagende Herz
Göttinger Forscher entwickeln neue Technik Verfahren ermöglicht Echtzeit-Filme
GÖTTINGEN. Wissenschaftler haben ein neues Verfahren zur Magnetresonanz-Tomografie (MRT) entwickelt, mit dem sich erstmals in Echtzeit Bewegungen von Organen und Gelenken filmen lassen.
Durch die neue Aufnahmetechnik verkürzt sich die Messzeit für eine MRT-Bildaufnahme auf Bruchteile einer Sekunde. Damit lassen sich nun zum Beispiel die Pumpbewegungen eines Herzmuskels oder die Beugung eines Kniegelenks direkt verfolgen.
"Wir haben eine solche Beschleunigung kaum für möglich gehalten", sagt Professor Jens Frahm. Er ist der wissenschaftliche Leiter der Biomedizinischen NMR Forschungs GmbH, die dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie angegliedert ist.
Frahm hatte bereits 1985 eine Methode entwickelt, die den Durchbruch zur Nutzung der Magnetresonanz-Tomografie in der Medizin brachte. Heute ist sie eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der medizinischen Diagnostik. Die in Göttingen entwickelte "Flash"-Aufnahmetechnik verkürzte die Messzeiten einzelner Schnittbilder von mehreren Minuten auf wenige Sekunden.
Die Erfindung ermöglichte neue Einblicke in die Anatomie, den Stoffwechsel und die Funktionsweise des Gehirns. Für die Untersuchung von schnell bewegten Organen und Gelenken waren die Geräte bislang noch zu langsam.
"Mit dem neuen Verfahren können wir erstmals Echtzeit-Filme herstellen, so dass wir direkt auf das Herz schauen können", erläutert Professor Frahm. Damit lassen sich die Pumpbewegungen des Herzmuskels direkt verfolgen Herzschlag für Herzschlag, ohne dass der Patient die Luft anhalten muss.













