McAllister ist die Attacken gegen seine Ministerin leid
CDU und FDP schmetterten die Anträge der Opposition auf Rauswurf ab
Ministerpräsident David McAllister (CDU) höchstpersönlich sprang seiner Agrarministerin Astrid Grotelüschen bei. "Die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage", erklärte der Regierungschef gestern im Landtag.
CDU und FDP folgten dem eindringlichen Basta und schmetterten die Anträge von SPD, Grünen und Linken auf Rauswurf ab.
Demonstrativ schritt McAllister über die Regierungsbank zu Grotelüschens Platz und plauderte aufmunternd mit seiner angeschlagenen Ressortchefin. Das Signal an die Opposition war klar: Der Ministerpräsident ist die Attacken gegen die Ministerin wegen der angeblichen Verstrickung ihres Familienbetriebs in einen Putenmastskandal leid.
Und erst recht die Rufschädigung für das Land. "Niedersachsen ist das Kerngebiet der Nutztierhaltung in Europa. Der Tierschutz wird bei uns groß geschrieben", betonte der Ministerpräsident in der Debatte. Der Opposition gehe es nur darum, aus einem Einzelfall heraus eine ganze Branche in Verruf zu bringen.
Die klaren Worte waren die Antwort auf eine ganze Kette von Vorwürfen an die Ministerin. Diese habe das Parlament und die Öffentlichkeit mehrmals belogen, als sie intensive geschäftliche Beziehungen der Putenmastbrüterei Ahlhorn ihres Ehemannes Garlich Grotelüschen zu zwei Putenmastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern abstritt, erklärte die SPD-Abgeordnete Andrea Schröder-Ehlers.
Die Verträge und die Produktionskette deuteten vielmehr auf eine Abhängigkeit der Mäster. In den Mecklenburger Ställen hatte die Tierschutzorganisation Peta nach eigenen Angaben erschreckende Bilder von verletzten und toten Tieren gedreht. Dazu habe Grotelüschen unzulässig ihre Amtspflichten als Ministerin mit den Geschäftsinteressen des Familienbetriebes verquickt, warf ihr der grüne Agrarexperte Christian Meyer vor.
Als neuer Beweis diente der Opposition eine E-Mail von Ministeriumssprecher Gert Hahne an den Südwestrundfunk. Eine Kopie ging an Garlich Grotelüschen. Für die Opposition ein Skandal: "Ministerium und Unternehmen haben ihre Verteidigungslinie abgestimmt", meinte Schröder-Ehlers. "Davon habe ich nichts gewusst, ich habe das nicht initiiert", erwiderte Grotelüschen.













