Schule führt Putztag ein
Lob für Mittags- und Nachmittagsangebot am Gymnasium Salzgitter-Bad
SALZGITTER-BAD. Schüler und Eltern, die an unserer Umfrage teilgenommen haben, sind zufrieden mit dem Mittags- und Nachmittagsangebot des Gymnasiums Salzgitter-Bad. "Ich würde dem Nachmittagsangebot sogar eine Eins geben", sagt Schülervertreter Johannes Niehuis (18). Und Schulleiter Stephan Speer erklärt: "Unser Freizeitbereich ist eine der großen Stärken unserer Schule." Nahezu alles biete das Gymnasium an vom Basketball bis zum Schachspiel. "Und egal, welches Interesse der Einzelne hat, jeder wird eine AG finden, die ihn anspricht", ist sich Schüler Maximilian Wirth (18) sicher.
Kritik von Schülern und Eltern gab es hingegen bei den Klassengrößen. Dem kann Schulleiter Speer mit Blick auf die 32 bis 34 Schüler je Klasse und die dafür nicht ausgerichteten Räume seiner Schule nur beipflichten. Schuld seien die Vorgaben des Landes. "Wenn wir kleinere Klassen bilden, fehlen uns Lehrer, und die Landesschulbehörde zwingt uns nach einem halben Jahr, die Klassen zusammenzulegen", sagt er.
Doch wie entscheidend ist die Klassengröße für das Lernen? Eine aktuelle Schulstudie* kommt zu dem Ergebnis: überhaupt nicht. "Kleinere Klassen sind zwar angenehmer, aber dass es sich dort besser lernt, kann ich nicht sagen", bestätigt Arne Müller-Zitzke (18). Und Zwölftklässler Wirth erklärt ebenso: "Ich muss den gleichen Stoff lernen, egal wie groß die Klasse ist. Das ist machbar."
Das erfolgreiche Lernen sei unter anderem auch auf den Einsatz von Lehrern und Schülern zurückzuführen. So betreue etwa Zwölftklässler Niehuis drei Schüler aus der achten Klasse im Rahmen des Projekts "Schüler helfen Schülern". Die Lehrer seien mindestens zwei Tage in der Woche nachmittags an der Schule und zeigten dabei großes Engagement, sagt Personalratsvorsitzender Wilfried Klocke. Er weist damit die in diesem Punkt schlechtere Bewertung von Eltern und Schülern zurück. "Als Ganztagsschule sind wir Vorreiter in Salzgitter", stellt Klocke fest.
Vorreiter in Sachen Sauberkeit ist die Schule hingegen nicht. "Das ist ein hausgemachtes Problem der Schüler. Sorgen sie selbst nicht für Sauberkeit, dürfen sie sich nicht beschweren, wenn es dreckig ist", meint Zwölftklässler Wirth.
Um an diesem Zustand etwas zu ändern, wird es am Ende des Schuljahres erstmals einen gemeinsamen Putztag geben, der fortan mehrmals im Jahr stattfinden soll. "Ich nenne das einen Selbsthilfetag, damit sich im Umgang mit den Räumen etwas ändert", sagt Schulleiter Speer. "Denn Schüler gehen anders mit Sachen um, wenn sie selbst etwas beigetragen haben." Schulelternratsvorsitzende Carola Griesbach wünscht sich aus diesem Grund auch, dass die Lehrer die Schüler dazu anhalten, die Klassenräume nach dem Unterricht zu fegen.
Außerdem kündigt sie an: "Der Schulverein hat Interesse, in den Freizeitbereich zu investieren." Das hört Schulleiter Speer gern, will er doch den Schulhof, "Schritt für Schritt aufwerten".
*Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (Iglu)













