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19. März 2010
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Super-Uni soll Süden Konkurrenz machen

Niedersachsen setzt auf sein Kooperations-Projekt

Von Michael Ahlers

HANNOVER. Niedersachsen will seine technischen Universitäten unter einem Dach zusammenschließen. Der Traum heißt: Stark wie Aachen, Karlsruhe oder München.

Die "Niedersächsische Technische Hochschule", kurz NTH, soll nicht nur nach der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich ETH klingen. Mit dem Verbund der TUs Braunschweig und Clausthal und der stark technisch ausgerichteten Uni Hannover soll aus oft frustrierenden norddeutschem Mittelmaß zusammenwachsen, was Exzellenz und Konkurrenzfähigkeit schafft.

"Wir können uns drei technische Universitäten auf so engem Raum nicht leisten", sagt Braunschweigs TU-Präsident Jürgen Hesselbach. So sieht es auch das Ministerium in Hannover.

Die Unis konkurrieren um die knappen Forschungsgelder und das ebenfalls knappe Geld vom Land. Sie kämpfen aber auch gegen schwache Auslastung vieler Studiengänge. Sie liegt im TU-Paradefach Bauingenieurwesen derzeit knapp über 50 Prozent, schätzt Hesselbach. Der Rechnungshof hat die teilweise schwache Auslastung von Studiengängen seit Jahren im Visier.

Ein Blick auf das Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft von 2006 zeigt: Die Universitäten haben in der Forschung zu wenig Masse für echte "Leuchttürme". "Elite-Universitäten liegen zu 70 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern", mussten Hesselbach und Kollegen nach der so genannten Exzellenzinitiative des Bundes feststellen. "Wir sind getrennt marschiert und wurden getrennt geschlagen", sagt Hesselbach. Bayern habe landesweit eine technische Hochschule, aber mehr Professoren als die künftige NTH. Die ETH Zürich wiederum habe die gleiche Zahl Studenten wie die drei Niedersachsen-Unis, aber das dreifache Budget.

"Tun wir jetzt nichts, kommt die nächste Chance in 20 Jahren", warnt Josef Lange, Staatssekretär im niedersächsischen Wissenschaftsministerium. Und betont: "Das Ganze ist kein Sparprogramm." Eine Zusammenarbeit gibt es schon lange, etwa im Consortium Technicum der drei potenziellen NTH-Unis. "Es ist wichtig, die NTH umzusetzen, um die niedersächsischen technischen Hochschulen im Wettbewerb noch konkurrenzfähiger zu machen", sagte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) gestern.

Braunschweig, so der erste Schritt, könnte sein Bauingenieurwesen aufstocken, Hannover dafür abbauen. Statt 20 könnten dann an der TU 30 Professoren forschen und lehren. "Es gäbe ein breiteres Angebot im Fach", sagt Hesselbach. Dafür könnten Teile der Physik nach Hannover wandern. Die CDU-Landtagsabgeordnete Heidemarie Mundlos ist skeptisch: "Die Qualität darf nicht beeinträchtigt werden, eine TU braucht eine gute Physik." Dagegen sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller: "Wenn das Projekt tatsächlich gelebt wird, würde Niedersachsen gestärkt."

Donnerstag, 22.02.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6444233/menuid/2043

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