Mit Kanonen auf Spatzen
Man kann Hoffmann ja verstehen. Wenn man dauernd öffentlich derart massiv angefeindet wird wie er von El Kurdi, dann kann man schon sauer werden zumal die Anwürfe das Prädikat "Satire" oft kaum verdienen.
Auch kann man die umstrittene Weisung in keiner Weise als Berufsverbot bezeichnen. Die Freiheit der Meinung und der Kunst sind davon nicht berührt.
Dennoch macht der Oberbürgermeister im Disput mit dem Autor eine unglückliche Figur. Als Politiker müsste er souverän über Meinungsäußerungen in Stadtmagazinen stehen. Dass er in vorauseilender Sorge um Konfrontationen die gesamte Verwaltung auf Anti-Kurdi-Kurs bringt, wirkt herrisch und kleinmütig. Und als mächtigster Mann Braunschweigs setzt er sich dem Verdacht aus, er könne durch seinen Einfluss bei anderen Institutionen El Kurdi das Leben erschweren auch wenn er dies bestreitet.
Der Vorgang selber ist gar nicht so spektakulär. Aber wie er im Rest der Republik und auch in großen Teilen der eigenen Bevölkerung wahrgenommen wird, ist für Braunschweig besorgniserregend. Nämlich nach dem Motto: Die haben einen despotischen OB, der mit seinem gesamten Herrschafts-Apparat gegen einen missliebigen Künstler vorgeht.
Dieser Bürgermeister ist angetreten, das Image der Stadt zu verbessern. Doch dieser Schuß mit Kanonen auf einen Spatzen ist nach hinten losgegangen.













