Trecker rollen gegen Atomkraft
Hunderte Trecker rollen ab Samstag von Gorleben nach Berlin zur Anti-Atom-Kundgebung. Auch in der Region stoppt der Protest-Zug. Peter Dickel, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad, ist optimistisch. „Wir erleben einen Aufschwung der Anti-AKW-Bewegung, seit der Atomwirtschaft ihre Dinger um die Ohren fliegen. Darum glauben wir, dass wir Konrad noch verhindern können.“
Spätestens seit der großen Lichterkette, mit der im Februar 15.000 Menschen in der Region gegen strahlenden Müll demonstrierten, merkt auch die Atomwirtschaft den Gegenwind. Am 5. September wird es die nächste Großkundgebung geben: Mehrere Hundert Trecker werden dazu in Berlin erwartet. Das Motto: Mal richtig abschalten.
Der „Anti-Atom-Treck“ startet am Samstag, 29. August, in Gorleben und führt dann am Sonntag aus dem Wendland über Salzwedel nach Braunschweig – mit zwei Kundgebungen an der Paulikirche und am Ritterbrunnen – und weiter zum geplanten Endlager Schacht Konrad in Salzgitter. Dort wird Salzgitters Kreislandwirt Martin Bosse den Treck begrüßen – und sich mit seinem Schlepper einreihen.
Am Montag finden ein „Gorleben-Markt“ vor dem Lebenstedter Rathaus und den ganzen Tag über weitere Kundgebungen statt. Dienstag fahren die Trecker weiter nach Wolfenbüttel, wo vor dem Schloss demonstriert werden soll. Nach einem Zwischenstopp in Sickte wird der Treck abends am Schacht Asse II in Remlingen bei Wolfenbüttel erwartet. Von dort aus geht es am Dienstag zunächst zu einer Kundgebung nach Schöppenstedt und später zu einer Demonstration auf dem Helmstedter Markt. Dann verlässt der Treck in Richtung Morsleben die Region.
„Wir wollen vor der Wahl deutlich zeigen, dass es mit der Atomenergie nicht weitergeht“, sagt Dickel. Dabei wollen die Atom-Gegner aber keine Partei von ihrem Protest ausnehmen – und haben keinen Redner einer politischen Partei zur Großkundgebung nach Berlin eingeladen. „Obwohl einige dafür ziemlich viel getan hätten“, sagt Dickel. Meinungsumfragen in der Bevölkerung zeigten, dass es sogar unter CDU-Wählern eine knappe Mehrheit für den Ausstieg gebe. Deswegen, sagt Dickel, „kann auch Schwarz-Gelb eine Basis für eine Atomwende werden“.













