Die Asse ist sicher, hieß es damals
Auf Anfrage des Wolfenbütteler CDU-Landtagsabgeordneten Ernst-Henning Jahn zur Atommüll-Sicherheit in der Asse im Januar 1976 hieß es: Die Laugenzuflüsse haben die Existenz des Werks nie gefährdet. Auch im Fall eines Absaufens sei die Öffentlichkeit nicht gefährdet, sagte Wirtschaftsminister Erich Küpker (FDP).
Diese beispielhafte Anfrage ist nur ein Beleg dafür, dass sich auf lokaler Ebene Politiker wie auch Atom-Kritiker schon von Anfang an mit der Atommüll-Problematik befasst haben. Bereits 1964, drei Jahre vor Beginn der Einlagerung, hatte der Kreistag einstimmig gegen eine Einlagerung gestimmt.
„Damals hat man den Wissenschaftlern vertraut“, sagt im Rückblick der
CDU-Kreispolitiker Rainer Hasselmann aus Kissenbrück, einem Dorf am Fuß der
Asse. „Aber wir sind hinters Licht geführt worden.“
Ähnlich äußert sich der
frühere Asse-Samtgemeindebürgermeister Siegbert Pfeifer (SPD): „Die Asse ist
sicher, wurde uns gesagt. Das Gegenteil hat sich herausgestellt.“
Der Atom-Kritiker und frühere Grünen-Kreistagsabgeordnete Jürgen Kumlehn aus Wolfenbüttel hat über Jahrzehnte Zeitungsausschnitte und Unterlagen zur Asse gesammelt. Sein Fazit: „Viele lokale Politiker haben sich von den Wissenschaftlern einlullen lassen.“
Der Druck örtlicher Bürgerinitiativen hat wesentlich dazu beigetragen, das der Asse-Skandal in den vergangenen Jahren bundesweit in den Blickpunkt rückte. Nach einer Serie von Pannen übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz zu Jahresbeginn den Asse-Betrieb vom Helmholtz-Zentrum München. Noch in diesem Jahr soll über die Sicherung und Schließung des einsturzgefährdeten Bergwerks entschieden werden
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