Umweltminister tastet sich an Asse ran
Nicht vom Schreibtisch aus wolle er sich eine Meinung bilden, sondern an Ort
und Stelle, sagt Norbert Röttgen. Und so kam der neue
CDU-Bundesumweltminister nach Wolfenbüttel. Er traf sich zum informellen
Gespräch mit der Asse-Begleitgruppe, um sich über Asse II zu
informieren.
Im kurzen Gespräch mit unserer Zeitung machte Röttgen noch im Vorfeld
deutlich, dass er „als Zuhörer und nicht als Redner“ gekommen sei. Auch wenn er
ganz frisch im Amt sei, habe er sich bereits alles zum Thema Verfügbare im
Ministerium vorlegen lassen und dieses studiert.
Noch in diesem Jahr will der neue Asse-Betreiber, das Bundesamt für
Strahlenschutz in Salzgitter, eine Schließungsoption für das Atommüll-Lager im
Kreis Wolfenbüttel benennen. „Dieser Plan ist ehrgeizig“, räumte gestern der
Behörden-Sprecher Werner Nording ein. Auf die Frage, ob er auch realistisch sei,
machte Nording lediglich deutlich, dass die Zeit dränge.
SPD-Chef Sigmar Gabriel griff Röttgen unterdessen scharf an: Der Minister habe mit dem „Atomlobbyisten“ Gerald Hennenhöfer ausgerechnet den Mann zum Abteilungsleiter Reaktorsicherheit des Ministeriums berufen, der noch vor einem Jahr empfohlen habe, die Asse-Begleitgruppe nur so allgemein wie möglich zu informieren. Hennenhöfers Berufung sei eine abenteuerliche Entscheidung seines Nachfolgers, sagte Gabriel vor Journalisten in Berlin. „Die freundliche Maske der Koalition in der Atompolitik ist gefallen.“ Auch die Umwelt-Expertin der Grünen, Bärbel Höhn, nannte Hennenhöfers Berufung einen Fehler.













