Federvieh tot - Hunde gerettet
Kein Futter, kein Wasser, dazu die Kälte: Das Federvieh hat nacheinander aufgegeben. In den Gehegen wie im Stall – überall liegen Kadaver. In der Scheune gegenüber des Wohnhauses winseln Hunde. Für sie kommt die Hilfe gestern noch rechtzeitig.
In einem Großeinsatz haben Veterinäramt, Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Tierschutzverein am Donnerstag Federvieh und Vierbeiner - zusammen um die 50 Tiere - von einem Hof in Flettmar im Landkreis Gifhorn weggeholt.
Zwölf Hunde werden im Stall vermutet, weitere im Haus – auch Katzen.
Drei
Labrador-Retriever gucken aus einem der Scheunenfenster. Ein paar Meter weiter
sitzt eine Dobermannhündin. „Wir machen jetzt die Tür auf“, sagen Janina Beling
und Sabine Hölter vom Tierschutzverein. Ähnlich wie die Retriever-Hündin
schleicht sie aus der Scheine heraus, in gebückter Haltung, fast kriecht sie.
„Nehmt sie hoch, sie ist ja völlig verängstigt“, sagt Amtsveteriär Dr. Jürgen
Thoms. Die beiden Mitarbeiterinnen des Tierschutzvereins fahren umgehend mit ihr
zum Tierarzt.
„Wir haben einen Anhänger, die Feuerwehr würde helfen, das Federvieh aufzuladen“, meldet Ralf Heuer, Ordnungsamtleiter der Samtgemeinde. Geflügelhalter aus dem Umland nehmen das Federvieh auf. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt der Amtstierarzt, der die Zusammenarbeit vor Ort lobt. „Das hat alles wunderbar funktioniert.“
Die Hunde werden von der Pfötchenpension Meinholz aufgenommen. Bis zum Abend sind alle Tiere von dem Hof in Flettmar weggeholt worden. „Hier wollte wohl jemand mit einer Hundezucht Geld verdienen“, ahnt der Amtstierarzt. Im Internet ist die Adresse noch zu finden: Welpen werden für 500 Euro angeboten. „mehrfach geimpft und entwurmt, gechipt, mit EU Heimtierausweis und besten Papieren“.
Mitarbeiter eines Deutschen Rassehundeclubs hatten gestern Alarm geschlagen. Sie wollten den Hof der Flettmarer Golden Retriever Züchter prüfen, trafen aber niemanden an. Der Briefträger hatte die Hof-Bewohner schon seit drei Tagen nicht mehr gesehen – im Lauf des Nachmittags fanden sich die beiden Männer aber ein und öffneten das Haus freiwillig. Der Amtstierarzt hatte kurz zuvor bereits einen Schlüsseldienst verständigen lassen.













