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16. März 2010
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Gewinner und Verlierer 2009 - Wirtschaft


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Für die Einen lief es rund im Jahr 2009, für die Anderen weniger - in der Wirtschaft gibt es auch in diesem Jahr Gewinner und Verlierer. Und das ist die Rangliste, begonnen mit den Gewinnern:

Ferdinand Piech: Immer wieder sah es in den vergangenen Jahren aus, als neige sich die Ära des VW-Patriarchen dem Ende zu. Wenn Volkswagen wie geplant in der Porsche Holding aufgegangen wäre, hätte dies auch die Macht des 72-jährigen Piëch massiv beschnitten. Doch der Sportwagenbauer verhob sich bei der Übernahme des viel größeren Autokonzerns aus Wolfsburg. Piëch nutzte dies mit der ihm eigenen Entschlossenheit - und nun verleibt sich VW Porsche ein. Der Volkswagen-Aufsichtsratschef sitzt fester denn je im Sattel. Er träumt von der Übernahme weiterer Automarken und will Toyota von der Branchenspitze verdrängen.

Elinor Ostrom: Mehr als 40 Jahre hat es gedauert, bis eine Frau den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekam. Erst dieses Jahr schrieb Ostrom Geschichte. Ihr ganzes wissenschaftliches Leben widmete die 1933 in Los Angeles geborene Ostrom anderen - dem Wohl der Gesellschaft und dem Umgang mit knappen öffentlichen Gütern wie Wasser und Landbesitz. Dabei machte die 76-Jährige mehrere Grundsätze für ihre vernünftige Nutzung aus. Nun hofft Ostrom, dass ihre Erkenntnisse auch beim Kampf gegen den Klimawandel helfen können.

Biz Stone und Evan Williams: Die Gründer des Kurznachrichtendienstes Twitter tauchen auf keiner Milliardärsliste auf. Noch. Denn mit ihrer Idee, die Nutzer eine Art für alle sichtbare SMS im Internet verschicken zu lassen, trafen sie den Nerv der Zeit. 2009 explodierte die Zahl der Twitter-Nutzer, insbesondere nachdem der Dienst zu einem Instrument des Widerstandes für iranische Studenten nach der umstrittenen Präsidentenwahl geworden war. Stone und Williams, beide noch keine 40, müssen jetzt nur noch herausfinden, wie man mit Twitter auch Geld verdienen kann.

Warren Buffett: Die Wirtschaftskrise rasierte von dem Vermögen des legendären Investors zwar nach Berechnungen des Magazins „Forbes“ zehn Milliarden Dollar weg, glatt ein Fünftel. Doch auch so blieb Buffet der zweitreichste Mann der Welt. Und im November zeigte das „Orakel von Omaha“, was eine Investment-Legende ausmacht. Noch vor dem sicheren Ende der Krise wagte der 79-Jährige die 44 Milliarden Dollar teure Übernahme des amerikanischen Güterbahn-Riesen Burlington Northern Santa Fe. Es ist der größte Zukauf für Buffett - und eine für ihn typische Mega-Wette auf die Zukunft.

Verlierer 2009

Wendelin Wiedeking: Der Westfale mit Macher-Image galt lange als der Retter von Porsche, nachdem er in den 90er Jahren dem kränkelnden Sportwagenbauer neues Leben eingehaucht hatte. Doch das Mega-Projekt, den viel größeren Autokonzern Volkswagen zu übernehmen, führte zum Sturz des charismatischen Konzernchefs. Als sich Porsche mit den Milliardenkrediten verhob und nur noch durch eine Übernahme durch Volkswagen gerettet werden konnte, blieb dem 57-jährigen Wiedeking als Reizfigur und Intimfeind des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch keine andere Möglichkeit als der Rückzug.

Thomas Middelhoff: Der frühere Management-Star war nicht mehr Arcandor-Chef, als der Handelskonzern in die Insolvenz schlitterte. Der Ruf des 56-jährigen Middelhoff ist aber durch die Pleiten bei Karstadt und Quelle nachhaltig ramponiert. Beispiellos war, wie der Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg den langjährigen Konzernchef in einem Zeitungsinterview angriff. Er warf Middelhoff Misswirtschaft und zu hohe Ausgaben vor: „Es ist dem Vorstand erstaunlich lange gelungen, den Staub aus den Ecken zu kehren und auch den noch zu Liquidität zu machen.“

Bernard Madoff: Der New Yorker Aktienbroker bekam Ende Juni die Rechnung für den größten Betrug der Finanzgeschichte präsentiert. 150 Jahre Gefängnis, die mögliche Höchststrafe. Der 71-Jährige hatte mit einem Schneeballsystem tausende Anleger um Milliarden erleichtert. Wie viel Geld genau es war, wird wohl nicht mehr zu klären sein. Auf dem Papier war es - mit Luftbuchungen - jedenfalls eine atemberaubende Summe von 60 Milliarden Dollar. Aus dem Gefängnis musste Madoff im Herbst verfolgen, wie bei einer Auktion seine Uhren, sein Schmuck und Haushaltsgegenstände versteigert wurden. Es kam eine Milliarde Dollar zusammen - für seine Opfer ein Tropfen auf den heißen Stein.

Hartmut Mehdorn: „In jedem anderen Land würde einer wie ich ein Bundesverdienstkreuz kriegen“, schrieb der über eine Datenaffäre gestürzte Bahn-Chef trotzig Monate nach seinem Rücktritt. Es war erst der massive Druck aus der Politik, der Mehdorn zum Verzicht auf seinen Posten zwang. Dabei hatte die Bahn insgesamt fünf große Kontrollaktionen in den Jahren 1998 bis 2006 bei ihrem Personal einräumen müssen. Der 67-Jährige frühere Airbus- und RWE-Manager aber zog in einem Suhrkamp-Band eine höchst positive Bilanz seiner gut neunjährigen Amtszeit: „Es ist mit Abstand die pünktlichste sauberste, schnellste Bahn mit dem besten Angebot der Welt“. dpa

Sonntag, 27.12.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11469808/menuid/2044

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