Darum geht es im Flughafen-Streit
Seit Jahren tobt der Streit um die Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg. Obwohl der Streit juristisch zu ihren Ungunsten entschieden ist, kündigen Gegner Widerstand gegen die unmittelbar bevorstehende Rodung von Teilen des Querumer Forstes an. Ralph-Herbert Meyer fasst die Argumente zusammen.
Das sagen die Befürworter
• Der Forschungsstandort Braunschweig wird durch die Verlängerung gestärkt. Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt benötigt die längere Bahn für Tests mit dem vollbeladenen Airbus A 319.
• Für Braunschweig und die Region werden neue Arbeitsplätze entstehen. Die
Verlängerung ist ein Argument für Unternehmen, sich am Flughafen anzusiedeln.
Schon jetzt ist mit dem Flughafen eine Bruttowertschöpfung von 260 Millionen
Euro verbunden. Derzeit existieren
bereits rund um den Flughafen 4500
Arbeitsplätze.
• Für den Weltkonzern VW, aber auch andere international operierende Unternehmen wie die Salzgitter AG, werden Mobilitätsansprüche erfüllt.
• Die Öko-Bilanz wird durch Aufforstung von 160 Hektar ausgeglichen. Das entspricht der Fläche von 220 Fußball-Feldern.
Das sagen die Gegner
• Vor dem Hintergrund der Klimadebatte passt eine verlängerte Startbahn nicht in die Zeit. Es ist unverantwortlich, eine Fläche von 33 Hektar teilweise 200 Jahre alten Waldes in einem EU-Vogelschutzgebiet zu vernichten.
• Die Verlängerung ist weder für die Forschung erforderlich, noch wird dadurch irgendein Arbeitsplatz gesichert oder neu geschaffen. Es geht um ein Prestigeobjekt für Braunschweig.
• Die Menschen in den angrenzenden Ortsteilen werden weiteren Lärmbelästigungen ausgesetzt. Für Hausbesitzer wird sich durch die verlängerte Landebahn ein Wertverlust ergeben.
• Unterbrechungsfreie Langstreckenflüge von VW-Managern liegen nicht im öffentlichen Interesse. Es wird keinerlei Rücksicht auf Mensch und Natur genommen.
Am Mittwoch wurde der Grundstücksvertrag über Teile des Querumer Forstes zwischen der Flughafengesellschaft und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz geschlossen.













