Güterzug entgleist - Ein Gleis wieder frei
Zwei Waggons eines Güterzuges sind in der Nacht zum Freitag auf der Bahnstrecke Helmstedt-Braunschweig entgleist. Verletzt wurde niemand, teilte die Bundespolizei mit. Die Strecke musste bis zum frühen Abend voll gesperrt werden. Erst gegen 17.30 Uhr sei ein Gleis wieder freigegeben worden, sagte eine Bahnsprecherin.
Um 3.05 Uhr entgleiste der mit Autoteilen für Volkswagen beladene Zug nahe der Ortschaft Schandelah im Landkreis Wolfenbüttel. Zwei Waggons aus der Mitte des 600 Meter langen Güterzuges sprangen von den Schienen und beschädigten die Bahnstrecke auf zweieinhalb Kilometern Länge. Die vorderen und hinteren Wagen blieben dagegen auf den Gleisen. Die Ursache ist noch völlig unklar.
"Wir können absolut nicht sagen, woran das gelegen hat", erklärt Holger Stöhr von der Bundespolizei Braunschweig. "Fremdeinwirkungen können wir jedoch ausschließen, die polizeilichen Ermittlungen haben wir eingestellt" fügt der Reviergruppenleiter am Freitagmorgen hinzu.
Bis die Strecke eingleisig wieder freigegeben werden konnte, mussten zwischen Braunschweig und Helmstedt ersatzweise Busse fahren und die Intercity-Züge zwischen Leipzig und Hannover wurden über Stendal und Wolfsburg umgeleitet. Dadurch hatte sich die Fahrzeit um 45 Minuten verlängert. Die Züge halten in Wolfsburg, damit Reisende dort Richtung Braunschweig umsteigen können.
"Auf dem zweiten Schienenstrang soll ab Mittag wieder ein eingeschränkter Zugverkehrermöglicht werden", sagt Polizeihauptkommissar Stöhr. Die Reparaturen am Unfallort können laut Bundespolizei jedoch bis zu einer Woche dauern.
Unfallermittler des Eisenbahnbundesamtes untersuchen derzeit an der Unglücksstelle, warum drei Achsen der beiden leeren Waggons aus dem Gleis gerieten. Erst im Anschluss könnten die Wagen wieder auf die Gleise gestellt und der Zug wegrangiert werden, erklärte eine Bahnsprecherin. Ein Hilfszug sei bereits eingetroffen.
Seit Jahresbeginn ist es der fünfte Güterzugunfall bei der Bahn. Gleich zweimal hintereinander entgleisten in Westfalen Züge auf der Strecke vom Ruhrgebiet Richtung Berlin, bei Wuppertal verunglückte ein mit Kohlenstaub beladener Zug. Glimpflich endete vor einer Woche ein Unfall mit einem Gefahrgut-Zug im Rostocker Seehafen.
Die Ursachen dieser Unfälle seien noch nicht ermittelt, teilte ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes (EBA) in Bonn mit. Ursache für das Entgleisen von Zügen sind nach EBA-Angaben meist defekte Schienen oder Wagen sowie Stellwerksfehler. 2009 entgleisten in Deutschland 21 Züge, 15 davon waren Güterzüge.
Stand: 20.08 Uhr













