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13. Februar 2012
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Asse-Fässer sollten mit Atommüll verrotten

Industrie sah das "Forschungsbergwerk" Asse von Anfang an als billiges Endlager

Von Michael Ahlers

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Fässer mit Asse-Atommüll sollten offenbar zunächst nur eine „ausreichende Standfestigkeit für etwa drei Jahre aufweisen“. Das geht aus einem Besprechungsvermerk der Siemens AG vom August 1968 hervor. Der heutige Zustand der 126.000 Fässer gilt als entscheidender Faktor, ob das Herausholen des Mülls möglich ist.

„Wir arbeiten an einem Konzept für die Beprobung einzelner Fässer“, sagt Werner Nording, Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Das BfS hatte die Asse 2009 übernommen.

„Nachdem eine Kaverne im Bergwerk mit Fässern vollgestapelt ist, wird der Eingang zubetoniert und es wird kein Wert mehr darauf gelegt, die eingelagerten Fässer im intakten Zustand zu erhalten“, heißt es in dem Vermerk. Damit wird erneut klar, dass die Industrie das „Forschungsbergwerk“ Asse von Anfang an als billiges Endlager sah.

In der Praxis, so Siemens damals, könne bei stabiler Füllung der Fässer – etwa durch Zementierung – ein „billiges instabiles Faß“ genommen werden. Bei pulvrigen oder brennbaren Abfällen sei es dagegen wichtig, dass das Fass innerhalb von drei Jahren nicht von innen korrodiere.

„Die Diskussion mit dem Bergamt scheint nicht ohne Schwierigkeiten gelaufen zu sein“, heißt es weiter. Dies sei beim Asse-Betreiber GSF und seinen Beratern aber anders. „Die Herren (sind) mit den Problemen bestens vertraut“, „bisher hatte man keine Schwierigkeiten, alle vorhandenen und angebotenen Abfälle in Asse 2 unterzubringen“, heißt es. Das könne auch für die Zukunft vorausgesetzt werden.

„Es sollte verfüllt werden und dann galt: nach mir die Sintflut“, sagt Petra Emmerich-Kopatsch (SPD), Mitglied im Asse-Untersuchungsausschuss des Landtags. Dort soll am Donnerstag die frühere niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel (CDU) aussagen. Breuel hatte sich noch 1984 im Sinne der Energieversorger dafür eingesetzt, die Asse weiter zu nutzen, obwohl die Einlagerung dort 1978 gestoppt worden war.

Wie aus einem Vermerk von 1972 aus Hessen hervorgeht, sollten auch „höher aktive tritiumhaltige Abfälle“ in der Asse gelagert werden. Die hessische Gewerbeaufsicht fragte seinerzeit nach dem Einlagern unter anderem „organischer Lösungsmittel“ sowie „größerer Teile eines ehemaligen Neutronengenerators“. Ein Einhalten der Asse-Einlagerugsbedingungen sei zu aufwendig und teilweise undurchführbar, heißt es sinngemäß. „Das könnte unter anderem die hohen Tritiumwerte in der Asse erklären“, so Emmerich-Kopatsch.

Eine Siemens-Stellungnahme zur Qualität der Fässer lag am Mittwoch noch nicht vor. Das Unternehmen hatte aber in einer Stellungnahme an den Asse-Untersuchungsausschuss betont, alle Vorschriften erfüllt zu haben. Das Bundesamt für Strahlenschutz wollte sich zu der Drei-Jahres-Vorgabe für die Haltbarkeit der Fässer nicht äußern und verwies dazu auf das Helmholtz-Zentrum München.

Der frühere Asse-Betreiber hatte zuletzt stets betont, die Fässer hätten zum Transport des Atommülls gedient und seien nie als „technische Barriere“ gedacht gewesen. Das allerdings hat sich längst als schwerer Fehler erwiesen.

Donnerstag, 11.02.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11697124/menuid/2044

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