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09. Februar 2012
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Tiere finden kaum noch Nahrung

Von Norbert Jonscher, Braunschweiger Zeitung

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Der ungewöhnlich harte und lange Winter hat zahlreichen Tieren in Wald und Feld das Leben gekostet. Manche Populationen, sagen Experten, werden das Frühjahr nur arg dezimiert erleben. Vor allem Wasservögel und Fische seien in großer Zahl verendet.

„Die Wasservögel wissen gar nicht, wo sie hin sollen“, sagt Carlo Fuchs, Sprecher des Naturschutzbundes. Nirgends gebe es für sie freie Stellen zur Nahrungsaufnahme. „Für die Eisvögel ist es ganz schlimm. Von denen werden die meisten das Frühjahr nicht erleben.“

Mit Verlusten bis zu 90 Prozent wird gerechnet. Grund: Die zarten Tiere holen sich ihre Nahrung aus fließenden Gewässern. Frieren diese zu, verhungern Eisvögel innerhalb von zwei Tagen. „Sie fallen in ganz kurzer Zeit vom Stengel.“

Doch auch Eulen und Greifvögeln droht der Hungertod. Carlo Fuchs: „Schleiereulen sind reine Mäusefresser. Sie haben fast keine Fettreserven. Die Mäuse bleiben aber zurzeit unter dem Schnee und sind deshalb für die Eulen nicht zu sehen.“

Gänse liegen auf dem Bauch und tauen ihre Nahrung auf

Hart ist dieser Winter auch für Saat- und Blessgänse. Es sei schwer für sie, unter dem verharschten Schnee Nahrung aufzutun. Was zu ganz seltsamen Verhaltensweisen führt. Carlo Fuchs hat’s neulich beobachtet: „Einige lagen auf einem Acker auf dem Bauch und schnabelten im Schnee rum. Sowas habe ich noch nicht gesehen.“

Was die Tiere dort tun, erklärt Kreisjägermeister Siegfried Pottkamp. „Wenn der Wind über die Äcker fegt, werden hier und da immer wieder Stellen freigelegt, wo der junge Raps durchkommt. Die Gänse legen sich mit ihrem Bauch drauf, um sich die Nahrung aufzutauen.“

Die Jägerschaft und auch die Hegegemeinschaft für Schalenwild unterstütze Braunschweigs Tierwelt in ihrem Überlebenskampf, so gut es gehe. Man füttere zu, das helfe.

Auch dem Schalenwild, den Rehen und Wildschweinen. „Wir bringen Heu und Körner raus und deponieren das Futter versteckt in der Nähe von Wildwechseln.“ Das Schalenwild, weiß Pottkamp, habe den Winter bislang erfreulich gut überstanden. „Wir haben noch kein Fallwild gefunden.“ Trotz der hohen Schneedecke fänden die Tiere Stellen, wo Buschwerk freigedeckt wird. „Die Rehe finden dort Knospen, und auch Hase und Kaninchen fressen davon.“ Wobei Rehe übrigens dem Nahrungsmangel mit einem Energiespartrick begegnen: Sie senken Temperatur und Herzschlag um bis zu 50 Prozent und stehen praktisch starr im Wald, um weniger Kalorien zu verbrauchen.

Eine Gefahr für sie seien frei laufende Hunde. „Die Rehe werden aufgescheucht und kriegen ein Problem, weil der Stoffwechsel rapide nach oben fährt.“ Viele könnten anschließend den Energieverlust nicht mehr ausgleichen.

Dramatisch verlief der Winter für viele Fische. Unter der dicken Schneedecke wurde unter Wasser der Sauerstoff knapp. Fuchs: „Die Fische leiden aber auch unter dem Krach der Schlittschuhläufer. Sie wachen auf und ersticken.“

Stand: 22.01 Uhr

Sonntag, 14.02.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11724088/menuid/2044

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