Der neue Personalausweis funkt
Nie mehr Nummern ziehen, nie mehr stundenlang warten. Das versprechen die Verfechter des elektronischen Personalausweises. Der neue Ausweis soll Behördengänge erleichtern. Doch Datenschützer haben Zweifel an der Sicherheit des Ausweises, der ab November eingeführt wird.
Vier Mausklicks und eine Briefmarke – mehr benötigt es derzeit nicht, um sich in einer Stadt anzumelden. Am Computer können sich Antragssteller die Formulare vom Parkausweis bis zur Gewerbe-Abmeldung runterladen und ausfüllen. Manko: Die Papiere müssen anschließend gedruckt und per Post an die Behörden geschickt werden.
Abhilfe könnte der E-Ausweis schaffen. Seine Besitzer können sich im Internet identifizieren. Möglich macht das die Radiofrequenz-Technik, die per Chip in den Ausweis integriert ist. Darauf sind die Daten des Ausweis-Inhabers gespeichert. Diese können vom Lesegerät erkannt oder mit einer Geheimnummer übermittelt werden.
Die Technik steht aber auch in der Kritik. Denn auf den Chips, die unter anderem von einem Salzgitteraner Unternehmen produziert werden, befinden sich biometrische Daten. Die Speicherung des Fotos ist Pflicht, die der Fingerabdrücke auf Drängen des Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, allerdings nur eine Option.
Verbraucherschützer befürchten, dass die Funktechnik dazu führt, dass E-Ausweis-Besitzer unbemerkt ihrer Daten beraubt werden. Zuletzt war es dem Chaos-Computer-Club in Berlin gelungen, persönliche Daten von diesem Chip auszulesen.
Stand: 22.04 Uhr













