EU will lange Kontonummern
Bankkunden werden sich wohl bald an Zahlenkolonnen gewöhnen müssen. Bis 2013 sollen europaweit einheitliche Standards für Überweisungen und Lastschriften gelten. Das heißt: Kontonummern werden wesentlich länger.
Nach Plänen der EU-Kommission dürfen Kunden künftig nicht mehr ihre gewohnte Kontonummer benutzen, sondern nur noch die 22-stellige „Iban“-Nummer und den elfstelligen BIC (Bank-Code). Bei internationalen Überweisungen sind diese Angaben heute schon Pflicht.
Ab Ende nächsten Jahres soll das Zahlungssystem „Sepa“ für Überweisungen und ab Ende 2012 dann auch für Lastschriften gelten. Ziel ist es, nach der Einführung des Euro auch den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu vereinheitlichen.
Verbraucherschützer fürchten jedoch, dass Kunden mit den Zahlen- und Buchstabenreihen überfordert sein könnten. „Wenn sie nicht bald besser informiert werden, droht ein riesiges Chaos“, warnt Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.
Auch die Banken setzen sich für längere Fristen ein. Noch nicht geklärt ist etwa, wie Daueraufträge und Einzugsermächtigungen ohne großen Aufwand umgestellt werden können. Grundsätzlich sind die Geldinstitute aber für ein einheitliches System. „In Zukunft reicht ein Konto für den Zahlungsverkehr in ganz Europa aus, und die Transaktionsabwicklung geht schneller“, sagt Mark Uhde, Vorstandsreferent der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg. „Damit sparen die Kunden Zeit und Geld.“
Schon jetzt liefen zahlreiche Überweisungen über „Sepa“, zum Beispiel für Urlaubsunterkünfte oder Ebay-Zahlungen, heißt es auch bei der VW-Bank. Laut Nord-LB könnten Firmen zudem leichter im gesamten Euro-Raum tätig werden.
Tatsächlich haben die meisten Geldinstitute die „Sepa“-Überweisung schon 2008 eingeführt und ihre Software umgestellt. Doch die EU erlaubte es ihnen bisher, das alte Verfahren parallel weiter zu nutzen. Nur 7,5 Prozent der Überweisungen laufen heute über „Sepa“, erklärt die EU-Kommission. Deswegen drückt sie nun aufs Tempo. Der Vorschlag der Brüsseler Behörde muss noch vom EU-Parlament und von den nationalen Ministern abgesegnet werden.













