33-mal am Steuer ohne Führerschein
35-Jähriger geht für zwei Jahre ins Gefängnis
"Ich sage es mit einfachen Worten: Das war dreist", formulierte der Richter am Amtsgericht Peine. 33-mal war der Angeklagte ohne Führerschein gefahren. Zwei Jahre Gefängnis ohne Bewährung und fünf Jahre Führerscheinentzug lautet das Urteil.
Der Richter ergänzte: "Die Strafe hätte auch wesentlich höher ausfallen können." Bei nochmaligem Verstoß sei ein Führerscheinentzug auf Lebenszeit denkbar.
Zur Zeit sitzt der 35-jährige Angeklagte eine Strafe in der Justizvollzugsanstalt Sehnde ab. In Handschellen wurde er gestern vor dem Amtsgericht Peine zur Verhandlung vorgeführt. In der bekräftigte auch der Staatsanwalt die Einstellung des Richters: "Eigentlich ist ihr Verhalten mit normalem menschlichen Verstand nicht nachvollziehbar."
Dennoch hatte sich der Angeklagte im vergangenen Jahr so oft hinter das Steuer gesetzt – die Fahrtlisten waren Beweis für die Anklage –, um als Angestellter eines Seniorendienstes zu fahren. Und das, obwohl er bereits wegen mehrfachen Fahrens ohne Führerschein vorbestraft ist. Insgesamt weist das Bundeszentralregister 21 Eintragungen unter seinem Namen auf. Unter anderem für Delikte wie Urkundenfälschung, Körperverletzung, Diebstahl, Hehlerei, Betrug und üble Nachrede.
Doch es war nicht nur die Fülle der Delikte, die der Richter in der Urteilsbegründung hervorhob: "Sie haben mit ihrem Verhalten die Allgemeinheit gefährdet." Außerdem habe der Angeklagte auf illegalem Wege versucht, seine Träume zu verwirklichen. Denn er hatte vor der Anstellung eine Altenpflegeausbildung abgeschlossen. "Das ist so etwas wie Anstellungsbetrug", sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe gewusst, dass der Job nur mit Führerschein zu machen sei.
Mildernde Worte fand der Verteidiger: Er betonte, dass sich der Angeklagte nach Ausbildungen als Schweißer und KFZ-Mechaniker bemüht habe, einen Job zu finden. Auch von früheren Straftaten habe er sich innerlich gelöst. Ob sie das Urteil annehmen, ließen beide offen.













