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14. Februar 2012
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Karstadt - Rettung ist in Sicht


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Die lange Zitterpartie der Karstadt-Mitarbeiter wurde am Donnerstag auf die Spitze getrieben. Während sie in den Filialen Hemden, Hosen und Sportartikel verkauften, rang Investor Nicolas Berggruen um die Zustimmung der Gläubiger zu Mietsenkungen.

Auch für die 500 Beschäftigten der drei Braunschweiger Karstadt-Häuser, ebenso die 150 in Goslar, sind Hoffen und Bangen zur Gewohnheit geworden – wie für alle im 25.000-Mitarbeiter-Konzern. „Trotzdem ist die Anspannung heute besonders zu spüren“, sagte der Braunschweiger Karstadt-Geschäftsführer Adolf Trill Donnerstagabend unserer Zeitung.


Zuvor hatte es immer wieder Meldungen gegeben, die Zustimmung des Karstadt-Vermieters Highstreet beim Treffen in London stehe unmittelbar bevor. Tatsächlich aber hatten zunächst nur Anleihe-Gläubiger den von Investor Nicolas Berggruen geforderten Mietsenkungen zugestimmt. Die sogenannten Mezzanine-Gläubiger aber rangen sich laut Nachrichten-Agentur dpa lange nicht zu einer Entscheidung durch.


Trill gab sich dennoch zuversichtlich: „Ich denke, wir werden noch heute eine Entscheidung erleben.“ Anschließend sollten die Mietverträge unterzeichnet werden. Wenn dann an diesem Freitag das Amtsgericht Essen den Insolvenzplan annehmen würde, hätten die Braunschweiger gleich doppelten Grund zum Feiern. Trill: „Wir wären aus der Insolvenz heraus und würden zugleich unser 120-Jahre-Jubiläum in Braunschweig feiern.“


Von den Kunden erfuhren Karstadt-Mitarbeiter auch am Donnerstag Beistand. Viele hätten gefragt, wie es denn nun stehe, ob es Neuigkeiten aus London gebe. Allerdings gab es auch schmerzhafte Momente. Als drei Shops aufgebaut wurden, dachten einzelne, man packe zusammen.


Abends bestätigte ein Highstreet-Sprecher, dass die Gläubiger grundsätzlich den geforderten Mietsenkungen zugestimmt hätten. Auch Berggruen sah die Rettung in greifbarer Nähe. „Es sollte zu Ende kommen, so hoffe ich“, sagte Berggruen der Nachrichtenagentur dpa. Berggruen will alle 120 Karstadt-Filialen erhalten und 70 Millionen Euro investieren.

 

Stichwort: Mezzanine-Finanzierung
Beim Karstadt-Vermieter Highstreet spielt auch Mezzanine-Kapital eine wichtige Rolle. Rund 1,4 Milliarden Euro dieser Kapitalform sollen in das britische Konsortium geflossen sein.
Der Begriff Mezzanine ist vom italienischen Wort für Zwischengeschoss abgeleitet. Das sogenannte Mezzanine-Kapital ist eine Finanzierung, die zwischen Fremd- und Eigenkapital liegt.
Banken oder andere Geldgeber stellen einem Unternehmen flüssige Mittel zur Verfügung, sie beteiligen sich allerdings nicht direkt an dem Unternehmen – und sie haften also auch nicht voll.
Andererseits sind sie auch keine regulären Gläubiger, da sie kein „normales“ erstrangiges Darlehen vergeben. Dementsprechend sind ihre Darlehen in der Regel auch nicht direkt mit Vermögenswerten wie Immobilien besichert – ihre Mezzanine-Finanzierung ist nachrangig. Im Fall einer Insolvenz werden sie also erst nach den klassischen Gläubigern wie Banken, die Kredite vergeben haben, bedient. Dafür erhalten sie wiederum eine höhere Verzinsung ihres Einsatzes.

Donnerstag, 02.09.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12865865/menuid/2044

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