"Ich habe den Käse vergiftet"
Der wegen versuchten Mordes an seiner Frau angeklagte Mann aus dem Kreis
Wolfenbüttel hat am Donnerstag vor dem Braunschweiger Landgericht ein
Teilgeständnis abgelegt. Er habe einen für seine Frau bestimmten Käse mit
Quecksilber vergiftet.
„Ich wollte sie nicht töten. Ich wollte ihr nur einen
riesigen Schreck einjagen“, sagt der 57-Jährige. Vor der Tat habe das Ehepaar
gestritten. Es sei wie häufig um Geld gegangen. „Ich wollte wissen, wie unsere
Vermögensverhältnisse sind“, sagt der Angeklagte. Seine Frau habe ihm nie
Auskunft gegeben. Demütigend habe sie ihn behandelt. Der vergiftete Käse sollte
sie schockieren und ein Gespräch herbeiführen.
Ein Thermometer mit
Quecksilber habe er im Keller gefunden, berichtet der gelernte Konditor. Er habe
es zerschlagen, die Flüssigkeit mit einer Spritze aufgezogen und in eine Scheibe
Harzer Käse gespritzt. Er habe das Gift so eingespritzt, das sie die kleinen
Kügelchen sehen musste, betont der Angeklagte: „Sie sollte den Käse nicht
essen.“
„Sie mussten einkalkulieren, dass ihre Frau den Käse isst“, wirft der
vorsitzende Richter Wilfried Knieriem ein. Quecksilber in dieser Form sei nicht
giftig, meint der Angeklagte. Nur die Dämpfe seien ein Problem. Zu dem vom
Angeklagten beabsichtigten Gespräch sei es nicht gekommen. Statt dessen
schaltete die Frau das Gesundheitsamt ein und stellte gemeinsam mit ihrem Sohn
ihren Ehemann wegen des vergifteten Käses zur Rede. Das sei ihm hochpeinlich
gewesen. „Ich wollte nur noch weg. Ich war der Sache nicht mehr
gewachsen.“
Dass er seine Frau mit seinem Jagdgewehr erschießen wollte,
leugnet der 57-Jährige. Zwar habe er mit dem Gewehr in der Hand seine Frau durch
den Flur des gemeinsamen Hauses verfolgt. Töten wollte er aber nur sich
selbst.
Die Verhandlung wird am 16. September fortgesetzt. kr













