Weniger Regionalzüge von Braunschweig
Die Gleisstrecke zwischen Braunschweig und Hildesheim wird für 140 Millionen Euro ausgebaut – dennoch soll ein beträchtlicher Teil der täglich auf dieser Trasse rollenden Regionalzug-Verbindungen wegfallen.
Auch andere Verbindungen in der Region stehen auf dem Prüfstand.
Der
Fahrgastverband „Pro Bahn“ erhebt schwere Vorwürfe gegen den Zweckverband
Großraum Braunschweig, der in unserer Region den Zugverkehr bestellt. Der
Großraumverband erarbeite keine zukunftsweisenden Konzepte für Zugstrecken, die
nicht von der geplanten Regiostadtbahn abgedeckt würden. Besonders betroffen sei
der Vorharz, sagte Niedersachsens Pro-Bahn-Sprecher Björn Gryschka im Gespräch
mit unserer Zeitung.
Die Schiene werde in unserer Region immer unattraktiver. Gleichzeitig würden
in anderen Regionen, die die Landesnahverkehrsgesellschaft betreut, die
Taktzahlen erhöht, so Gryschka. Als Beispiel nannte er die Heidebahn bei
Soltau.
Großraumverbands-Direktor Hennig Brandes bestätigte auf Nachfrage, dass bei Wegfall eines Nahverkehrs-Zuschusses des Landes in Höhe von 5,6 Millionen Euro rund 600 000 jährliche Zugkilometer gestrichen würden. Das Land hatte die Summe seit 2008 überwiesen, um Kürzungen des Bundes abzufedern.
Brandes äußerte die Hoffnung, dass das Land doch zahle und somit der Zugverkehr im jetzigen Umfang bestehen bleibe. Christian Haegele, Sprecher des Verkehrsministeriums, zerschlug aber gegenüber unserer Zeitung alle Hoffnungen: „Es hat sich gezeigt, dass die Mittel für die Verkehrsträger ausreichen. Auch der Zweckverband müsste genug Geld haben, um die Verkehrsleistungen zu bestellen. Es gibt keinen neuen Landeszuschuss.“
Brandes sagte jedoch, dass das Geld nicht ausreiche. Damit dürfte die Streichung von Zugverbindungen besiegelt sein. Brandes bestätigte, dass es dann unter anderem auf der Strecke Hildesheim-Braunschweig weniger Abfahrtszeiten geben werde. Welche Strecken noch betroffen sein werden, sagte er noch nicht.
Kurioserweise bewerten die beiden zuständigen Verkehrsträger die
Attraktivität der Strecke Braunschweig-Hildesheim gegensätzlich: Der
Großraumverband will die derzeitige Zahl von elf täglichen Abfahrten pro
Fahrtrichtung als Reaktion auf die Landeskürzung deutlich reduzieren. Die
Landesnahverkehrsgesellschaft will hingegen auf Stundentakt und 17 Abfahrten
erhöhen. Die meisten Züge will sie bis nach Wolfsburg durchschicken.
Immerhin
sollen die ICE zwischen den beiden Städten wie gehabt verkehren. Fahrplanwechsel
ist am 12. Dezember.













