Gross’ Pflichtspiel-Debüt missglückt
Sein Liga-Heimdebüt als EHC-Cheftrainer hatte sich Pavel Gross anders vorgestellt. 1:3 (1:1, 0:1, 0:1) unterlag sein Wolfsburger Eishockey-Erstligist gestern Abend zum Saisonauftakt Meister Hannover Scorpions mit Ex-Grizzly-Coach Toni Krinner.
Tyler Haskins traf für Wolfsburg. Für Hannover waren Adam Mitchell, Aris
Brimanis und Matt Dzieduszycki erfolgreich.
Ohne den verletzten Verteidiger
Sasa Martinovic (Verdacht auf Bandscheiben-Vorfall) gingen die Grizzlys ins
Auftaktmatch. Aber wie: Die 3343 Zuschauer – darunter etwa 500 aus Hannover –
sahen einen Hammer-Start. Nach 20 Sekunden traf Kai Hospelt die Latte, nach 64
Sekunden scheiterte Christopher Fischer am starken Scorpions-Torwart Travis
Scott. Es hätte 2:0 stehen können, 1:0 stehen müssen.
Stattdessen gingen die
Gäste in doppelter Überzahl in Führung. Erst kassierte Neuzugang Jeff Hoggan die
erste Zwei-Minuten-Strafe der Saison, dann leistete sich John Laliberte einen
Ellbogencheck mit Verletzungsfolge gegen Hannovers Patrick Köppchen – 5 Minuten
plus Matchstrafe (beide 4. Minute). Der US-Boy ist fürs nächste Spiel gesperrt.
Für wie lange insgesamt, verhandelt das Schiedsgericht. Köppchen konnte
weiterspielen.
1:19 Minuten 3:5-Unterzahl lagen vor den Gastgebern. Die
Scorpions brauchten 53 Sekunden fürs 0:1 (5.). Sascha Goc’ Schuss ließ
EHC-Torwart Jochen Reimer nach vorne abprallen. Den Nachschuss verwandelte
Mitchell. Weil Andreas Morczinietz nach Blake Sloans tiefem Anspiel eine
100-prozentige Chance ausließ (13.), blieb Neuzugang Haskins der erste
EHC-Pflichtspieltreffer vorbehalten. Nach Ken Magowans Schuss stocherte der
US-Amerikaner den Puck zum 1:1 (13.) über die Linie.
Völlig überraschend
gingen die Gäste nach der Pause wieder in Führung, aus spitzem Winkel traf
Brimanis zum 1:2 (25.) in den Torwinkel. Der unsicher wirkende EHC-Torwart
Jochen Reimer schaute verdutzt, war nun aber endgültig wach und im Spiel. Bei
Mitchells Chance (31.) riskierte er Kopf und Kragen und hielt sein Team in
dieser Hannoveraner Dauerdruck-Phase im Spiel. Gross reagierte mit einer frühen
Auszeit.
Noch vor der zweiten Pause hätte der EHC ausgleichen müssen.
Sebastian Furchner (27.), Jason Ulmer (37.), Christoph Höhenleitner (37.) und
Armin Wurm (38., Lattentreffer) vergaben Riesenchancen.
Die Entscheidung fiel
kurz vor Schluss. In Überzahl drückte der EHC auf den Ausgleich. Mit Ablauf der
Strafzeit verlor Jan-Axel Alavaara an der blauen Linie den Puck an Martin
Hlinka. Der passte auf den von der Strafbank zurückkehrenden Dzieduszycki.
Allein vor Reimer behielt der die Nerven – 1:3 (57.). Nun hat der EHC neun Tage
bis zum nächsten Match, um die Niederlage aufzuarbeiten.













