Autokonzerne fahren auf Rekordkurs
Die Autoindustrie sieht die Krise nur noch im Rückspiegel. Bereits das laufende Geschäftsjahr könnte für die Branche eines der erfolgreichsten aller Zeiten werden. Laut einer Studie wird 2010 ein erfolgreiches Autojahr. VW steigert seinen Absatz rasant.
Allein im ersten Halbjahr 2010 haben die 18 größten Autohersteller der Welt 28 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Weltweit wurden rund 29,6 Millionen Neuwagen verkauft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Centers auf Automotive Management der Fachhochschule in Bergisch Gladbach.
Die wachsende Nachfrage wurde vor allem durch die Märkte China und USA getrieben. Zwar wird sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr etwas abflachen. „Wir rechnen trotzdem damit dass der kumulierte Gewinn deutlich über 50 Milliarden Euro liegen wird“, sagt Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft, unserer Zeitung.
In der Studie heißt es weiter: „Die höchsten Gewinne können im Geschäftsjahr 2010 Daimler, Ford, Volkswagen und Toyota erzielen.“ Erwartet werden demnach je Konzern rund 6 Milliarden Euro. Volkswagen müsste dafür mehr als 7 Millionen Autos verkaufen und wird dieses Ziel in diesem Jahr voraussichtlich auch erreichen. Rein rechnerisch würde der VW-Konzern dann mit jedem verkauften Auto im Schnitt 850 Euro verdienen.
Vor allem im zweiten Quartal legten die Konzerne beim Gewinn stark zu. Volkswagen brachte es demnach auf eine Umsatzrendite von 6 Prozent. Je Euro Umsatz verdiente VW also sechs Cent. Bratzel: „Das ist ein guter Wert, zumal VW in diesem Jahr besonders von der Absatzschwäche in Deutschland und Europa getroffen ist.“ Klare Nummer eins ist hier BMW mit einer Umsatzrendite von 11,2 Prozent, gefolgt von Daimler mit 8,4 Prozent.
„VW wird auch 2010 unangefochten drittgrößter Automobilhersteller der Welt bleiben“, sagt Bratzel. Die Wolfsburger sind damit, was die Absatzzahlen betrifft, den Konkurrenten Toyota und General Motors weiterhin auf den Fersen. Bis sich VW auf Platz zwei vorschiebt, werde es aber noch dauern, sagt Bratzel, es sei denn, der Absatz von GM breche unversehens wieder ein.













