Katteschnüff lässt keinen kalt
"In unserer Region spricht man das reinste Hochdeutsch." Das erklären mir die Leute hier oft und gern. Das Brunswieksch, den alten, wahren Dialekt dieser Gegend, verschweigen sie geflissentlich. Dabei wäre es auch geblieben, hätte nicht der Mantel des Schweigens eine undichte Stelle.
Mit Nachtwächter Köpke hat nämlich keiner gerechnet. Dieser führte mich eines schönen Abends durchs Magniviertel. Der Dialekt, den ich dabei aus Köppkes Mund zu hören bekam, hat mit reinem Hochdeutsch wenig zu tun. Mit reinem Schwyzerdütsch schon eher: Ungeübte trauen ihren Ohren kaum.
Kein Problem bereitet das durch die Nase gequetschte A: Ob Haanrich oder Heinrich gemeint ist natürlich der Löwe. Und Pustekuchen kann man auch in der Schweiz nicht essen. Soviel zu den Ausnahmen.
Schwierig ist beim Brunswieksch die Regel: Bei Katteschnüff oder Flötjepiepen ist der Fremde mit seinem Latein am Ende. Wie sich einer fühlt, der klaterig oder grallig ist, kann man sich nicht vorstellen. Und dazu, was einer sieht, dem blümerant vor Augen ist, reicht die Fantasie nicht aus. Dass der Mann nicht balzt, wenn er blusterich ist, wird dagegen schnell klar.
Auch wenn ich Nachtwächter Köpke nur knapp verstehe, was er sagt hat Charme und kitzelt die Ohren, bis die Lippen lachen. Unverständlich deshalb, warum man hier lieber das reine Hochdeutsch als den liebenswerten Dialekt pflegt. Es sind doch Ausdrücke wie Katteschnüff, die keinen kalt lassen.
Ein Effekt um den sich das korrekte Hochdeutsch meist vergeblich eben für Katteschnüff bemüht.













