VW-Affäre: Jetzt auch zwei Frauen beschuldigt
Betrugsvorwurf gegen Ex-Geliebte von Klaus Volkert
BRAUNSCHWEIG. In die VW-Affäre um Lustreisen und Begünstigungen von Betriebsräten ist wieder Bewegung gekommen. Jetzt gibt es schon 14 Beschuldigte.
Zwei Frauen stehen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Braunschweig im Verdacht der Beihilfe zur Untreue bzw. des Betruges.
Ermittelt wird nach Informationen unserer Zeitung gegen die ehemalige Geliebte von Klaus Volkert, Adriana Barros. Die Brasilianerin hatte den damaligen Vorsitzenden des VW-Betriebsrats auf vielen Reisen auf Kosten von VW begleitet und soll von 2000 bis 2004 insgesamt 399 000 Euro von VW auf ihr Konto überwiesen bekommen haben. Welche Gegenleistung sie dafür erbracht hat, ist umstritten.
Eine weitere Beschuldigte soll Tatjana R. sein, die jetzige Lebensgefährtin von Klaus-Joachim Gebauer. Sie war bis Ende 2004 bei Skoda beschäftigt und soll für den damaligen Personalmanager Helmuth Schuster gearbeitet haben.
Auch in ihrem Fall wollen die Behörden klären, ob sie Geld ohne eine ausreichende Gegenleistung erhalten hat. Gegen Gebauer und Schuster wird weiter ermittelt.
Im Zusammenhang mit der Affäre gerät auch der Wolfsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl weiter unter Druck. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat einen Anfangsverdacht gegen den ehemaligen Geschäftsführer des VW-Betriebsrats bestätigt.
Die Behörde ermittelt nun auch wegen des Verdachts der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Uhl bestreitet diesen Vorwurf.
Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe, dass die Staatsanwaltschaft vier Augenzeugen befragt habe, die zusammen mit Uhl 1999 eine Sexparty in Hannover besucht haben wollen.
Hans-Jürgen Uhl hat der Staatsanwaltschaft signalisiert, dass er sich zu den Vorwürfen äußern will. Joachim Geyer, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, hält es für denkbar, "dass im Juni oder Juli entschieden wird", ob Anklage gegen Uhl erhoben wird oder nicht.













